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Heike von Au und eine Vorlegeplatte mit (un)zweifelhafter Vergangenheit

In Geschirr-Geschichten zeigen ganz verschiedene Menschen besondere Stücke aus ihrem Küchenschrank und erzählen die Geschichte dahinter. Heute öffnet  Heike von Au für uns ein Türchen zu einem echten Stück Familiengeschichte.

Heike von Au ist nicht nur diverse Male sehr erfolgreich in Kochsendungen im TV aufgetreten, sie schreibt auf ihrem Blog auch überaus sinnig und sinnlich über Kulinarisches aus Ihrer eigenen Küche. Nebenbei führt Sie den Familienbetrieb und bekocht regelmäßig ihre beiden Kinder im Teenageralter – und deren gesamten Freundeskreis gleich mit. Und um ein robustes Familienerbstück geht es auch in Ihrer Geschirr-Geschichte:

„Aufgewachsen behütet in einem bäuerlichen Dorf nahe Rottweil, unter der fürsorglichen Aufsicht meiner geliebten Oma, gehört auch die Erinnerung an ihr Geschirr zu meiner Kindheit. So gab es das Gute und das andere, Omas Tasse für Brockede und Nuddlesupp schmeckt bis heute ganz besonders echt nur aus den richtigen Tellern.

Früh und vorausschauend gab sie mir für den Fall, sie könne später nicht mehr entscheiden, einiges davon mit. Sie sollte recht behalten... So besitze ich heute nicht nur ihr Geschirr zur Hochzeit, sondern auch eine Vorlegeplatte mit dunkler Vergangenheit. Ihr kennt sie vielleicht schon.

Eine schöne, massive Keramik-Platte, dickes Material, fast unverwüstlich. Auf dem unglasierten Rand lassen sich trefflich Messer schärfen. Stempel zeugen von Hersteller und Verwendung.

Nie wurde ich im Unklaren gelassen, woher diese Geschirrteile stammten, denn Oma erzählte gern mit breitem Grinsen: Vor allem die Jugend des Dorfes plünderte offenbar nach der Besetzung der Flak-Stellung alles, was zu holen war. Recht hatten sie, lang genug war das Leid!

Vo de Flagg!

Nun steh ich hier und überlege, ob das Zeigen solchen Geschirrs wirklich legitim ist. Doch weißt du was? Der Stempel zeigt beim Servieren immer nach unten. Wo er hingehört!

Viele Jahre später, zu Besuch bei Oma mit meinem ersten Baby und ihre Schwester, hatte des nachts mit Nachthaube und zahnlos einen Einbrecher verscheucht, zeigt mir meine Liebe, was sie in solchem Fall machen würde.

Verschwand im Schlafzimmer und tauchte mit einem Gewehr im Anschlag wieder auf. Auf mich zielend.

Do gugg! Vo de Flagg!”

 

Danke dafür Heike und einen zauberhaften Tag voller Geschichten, liebe alle!

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Im letzten Teil von Geschirr-Geschichten hat Steffi Luxat – wir kennen sie von dem zauberhaften Blog Ohhh…Mhhh… – die „Story” von ihrem Verlobungsbecher mit uns geteilt.

Du hast auch eine Geschirr-Geschichte, die Du auf GourmetGuerilla erzählen möchtest? Dann schreibe mir eine E-Mail an
gourmetguerilla (at) gmx (Punkt) de. Ich freu mich drauf!

2 Comments

  1. Valerie

    Wie verrückt die Welt manchmal ist! Auch in meinem Besitz befindet sich solch eine Platte, geerbt nach dem Tod meines Papas vor drei Jahren. Mein Mann der Pazifist hat mich lange gedrängt sie zu entsorgen, ich sollte sie nicht bei Festen verwende, etc. aber das habe ich alles geflissentlich überhört ;)
    Ursprünglich hat sie wohl meine Ur-Oma aus dem Hochschloss Pähl mitnehmen dürfen, wenn ich die Geschichte jetzt richtig zusammen bekomme…

  2. Danke dir Mel, für die lieben Vorworte :)

    Valerie: Ohja! Vielleicht hilft deinem Mann ja meine Geschichte. Solang man drüber lacht und schmunzelt, und die Symbole nicht verherrlichend an die Wand hängt, kann man doch einfach drüber stehen.
    Ein Teil der Geschichte ist’s nunmal, da kann die Platte ja nichts für :)

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