Ready-to-eat Gurken-Kimchi | GourmetGuerilla.de

Das beste Rezept für schnelles Gurken-Kimchi, ein Abend beim Koreaner in Wedding und der großartige Fotograf Robert Bartholot #kimchilove

„Aber Mel, das ist in Wedding!” Mein alter Kumpel Kupfi hat offenbar das Gefühl, mich auf etwas sehr ungehöriges oder abstruses hinweisen zu müssen. Wir schreiben uns über den Facebook-Messenger hin und her. Ich habe ein paar Tage in Berlin zu tun und keine (wie meistens – das habe ich echt nicht drauf) von langer Hand geplanten Abend-Arrangements. Also morse ich spontan und auf gut Glück Kupfi an und schlage eine Verabredung für den Abend vor.

Natürlich ist er schon vergeben und hat Pläne, aber ich kann – wie großartig! – einfach dazu kommen. Mit seinem Mann Harm und einem Freund wollen sie einen Koreaner ausprobieren. Und der ist in eben „diesem Wedding”. Ich bin dabei! Als Hamburgerin stecke ich eh nicht so tief in den Hippnes-Hierarchiestufen der Berliner Stadteile. Wedding, Mitte, Kreuzberg … ist mir doch total wurscht. Ich freu mich einfach doll, einen meiner ältesten Kumpel und seinen tollen Mann wiederzusehen. Und was kann bei koreanischem Essen schon schiefgehen? Eben.

Ein paar Stunden (und spannende Erlebnisse mit Berliner Taxifahrern) später sitzen wir im Sam Yuk Gu. Das ganze entpuppt sich als Imbiss-Restaurant direkt an einer stark befahrenen Hauptstraße. Die Besitzer haben sich Mühe gegeben und möchten es nett machen: Bunte Lampions beleuchten den Eingang und bringen einen unglaublich sympathischen Licht-Tupfer in den ansonsten erstaunlich dunklen Straßenzug. Innen ist es authentisch-nützlich im Do-it-yourself-Stil eingerichtet – ein paar Holzlatten als Deko an den Wänden, ein paar im Raum verteilte Tische und Stühle, ein beleuchteter Kühlschrank mit asiatischen Getränken und als buntes Highlight ein Tisch und Sitzhocker aus blauen Metalltonnen. Aber das wichtigste: Es riecht fantastisch!

Die drei Jungs sind schon da und noch bevor ich mich der Begrüßung und Umarmungen zuwenden kann, fällt mein Blick auf den Mann am Nebentisch. Er brät sich gerade versonnen kleine, wunderbar duftende Fleischstückchen auf einer heißen Platte. Es zischt und duftet … ich muss mich und meinen Blick unter Anstrengungen losreißen (und zusammenreißen, ihm nicht direkt die Schüssel aus der Hand zu klauen). Konzentration auf die Jungs und unseren eigenen Tisch.

Ich bin total entzückt, dass sich der Freund von Kupfi und Harm als der Fotograf Robert Bartholot entpuppt. Über Facebook habe ich schon öfter seine Arbeit geliebt und gelikt. Und jetzt macht dieser Typ nicht nur fantastische Fotos, er ist auch noch wahnsinnig nett und unterhaltsam und sitzt mir beim Koreaner gegenüber. Ein klitzekleiner Sneak-Peek seiner (freien) Arbeiten:

Alle Fotos in der Galerie mit freundlicher Genehmigung von Robert Bartholot, bartholot.net. Besucht ihn auf seiner Website. Oder noch besser: Bucht ihn!

Wir bestellen unser Essen und ordern eine weiße große Flasche mit einem koreanischen Getränk – einfach weil sie so nett in diesem beleuchteten Kühlschrank aussieht (und es keinen Weißwein gibt). Der Inhalt – fermentierte Reiswein (?!) – wird ehrlich gesagt nicht mein neuer Liebling am Getränkehimmel werden. Aber das Essen, das wenig später vor uns aufgebaut wird, ist wunderbar. Vor allem die vielen obligatorischen kleinen Schüsseln mit koreanischen Beilagen sind ein Traum.

Wir probieren alle von allem und rätseln, was wir da wohl gerade Würziges, Scharfes, Saures, Salziges essen. In einer Sache sind wir uns aber alle einig: Das Gurken-Kimchi ist der absolute Hammer. Kimchi aus Weißkohl kennen wir alle. Aber Kimchi aus Gurken? Wir können nicht genug davon bekommen und ordern nach. Leicht salzig, ein bißchen scharf, pikant – WOW! Fast bin ich bereit zu schwören, mich zukünftig nur noch von Gurken-Kimchi ernähren zu wollen. Es ist ein wunderbarer Abend mit anregenden Gesprächen bei leckerem Essen und ich bin sehr froh, ihn mit drei tollen Menschen in Wedding verbracht zu haben.

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Auch nach unserem Restaurantbesuch hat uns das Thema Gurken-Kimchi nicht so schnell losgelassen. Noch Tage später gingen Nachrichten mit Rezepten zu Kimchi hin und her. Vermutlich hat da auch jeder seine Lieblings-Mischung, nimmt etwas mehr Knoblauch oder etwas weniger Fischsoße. Harm hat dann einen echten Rezept-Treffer gelandet. Das ganze kommt schon verflixt nahe an das geliebte Restaurant-Gurken-Kimchi heran.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass man koreanische Paprika-Chili-Flakes verwendet. Die haben zwar eine gewisse Schärfe, bringen aber auch Süße und viel Aroma mit. Bitte versucht das ganze nicht mir Chili-Pulver aus dem heimischen Gewürzregal – das Ergebnis wäre wahrscheinlich absolut unessbar.

Ich bin auf jeden Fall sehr verliebt in dieses Gurken-Kimchi à la Harm: Es ist ohne Fermentation superschnell gemacht, hält sich einige Tage im Kühlschrank und passt zu erstaunlich vielen Gerichten. Und sollten mal alle Vorrats-Stricke reißen, mit Kimchi und etwas Reis hat man immer ein großartiges Essen auf dem Tisch. Versprochen!

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Und hier kommt das Rezept für schnelles koreanisches Gurken-Kimchi

Zutaten für 1 kleine Schüssel:

4 kleine Landgurken
(alternativ eine dünne Schlangengurke)
1 TL Salz
2-3 Knoblauchzehen, geschält
4 Frühlingszwiebeln, gehackt
1 frolleindaumengroßes Stück Ingwer
6 EL Reisessig* oder 5 EL Weißweinessig
1,5 EL koreanische Chili-Flakes (Gochugaru)*
4 EL Zucker
1 TL Fischsoße*
2 TL dunkles Sesamöl*

Optional:
1 EL koreanische Chilipaste (Gochujang) für die richtig hartgesottenen Chili-Freunde
Sesam weiß oder schwarz

Und so geht´s:

Die Landgurken in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. (Alternativ die Schlangengurke längs halbieren, die Kerne und das weiche Innere mit einem Löffel herausschaben und dann die Gurke in Scheiben schneiden).

Die Gurkenscheiben in einer Schüssel mit dem Salz vermischen und 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend die ausgetretene Flüssigkeit abgießen.

Zwischenzeitlich die restlichen Zutaten (außer dem Sesam) in einem kleinen Mixer, Smoothie-Maker oder mit dem Pürierstab zu einer homogenen Paste verarbeiten.

Die Gurken mit der Würzpaste vermischen und abgedeckt 15 Minuten (oder bis zu 2 Tagen) im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Servieren nach Geschmack mit weißem oder scharzem Sesam bestreuen.

Das Gurken-Kimchi schmeckt toll zu Braten, auf Grilled Cheese Sandwiches, herzhaften Stullen oder – ganz klassisch – einfach auf Basmatireis.

*Diese Zutaten mit Sternchen findet ihr in jedem Asia-Supermarkt oder ihr bestellt sie über die Partnerprogramm-Links bei amazon. Euch kostet das natürlich keinen Cent zusätzlich. Und ich bekomme ein paar Cent von amazon als Unterstützung für die Blogarbeit. Vielen Dank, dass ihr das möglich macht!

 

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