Extrawurst ohne Wurst – oder das Kind wird veggy

Gestern.
Das Kind und ich treten aus der Haustür auf die Straße. Es stinkt bestialisch.

Das Kind: „Booaahh, Mama, was stinkt hier so?“

Ich: „Ich glaube, hier ist gerade ein Schweinetransporter vorbei gekommen.“

Das Kind: „Was ist ein Schweinetransporter?“

Ich (ohoh, Märchen oder Wahrheit? – Wahrheit.): „Das ist ein Lastwagen, in dem Schweine zum Schlachthof gebracht werden.“

Das Kind: „Zum Schlachten?“

Ich: „Ja.“

Das Kind (überlegt): „Tiere sollen leben und nicht sterben.“

Ich: „Aber wir essen sie ja. In Hamburgern, Leberwurst, Würtchen und Frikadellen. Die magst Du doch sehr gern essen. Und dafür muss man die schlachten.“

Das Kind: „Nein, Tiere sollen leben. Ich will kein Fleisch mehr essen.“

Ich: „Bist Du da sicher?!“

Das Kind: „Ja.“

Ich (in Gedanken): Naja, warten wir mal bis morgen ab. Das hat er dann bestimmt wieder vergessen.

 

Heute:
Das Kind und ich sind in der Küche und ich treffe die letzten Vorbereitungen für ein Abendessen mit Freunden.

Das Kind: „Was gibt es denn?“

Ich erläutere die Speisefolge. Es kommen Fisch und Fleisch darin vor.

Das Kind: „Das kann ich alles nicht essen, ich brauche etwas Spezielles.“

Ich: „Schatz, wir essen alle dasselbe. Extrawürste gibt es nicht. Für Dich mache ich es so, dass Du es magst, also weniger scharf.“

Das Kind: „Nein, ich kann kein Fleisch und Fisch essen. Tiere sollen leben. Ich brauche etwas Spezielles.“

Ich: „Woher hast Du das denn mit dem „Tiere sollen leben“?“

Das Kind: „Wieso, das habe ich Dir doch gestern schon gesagt.“

Ich (in Gedanken): Ach Du meine Güte, jetzt sind wir mitten drin in der ersten vegetarischen Phase. Und ich dachte, das geht erst in der Pubertät los …

Heute abend gibt es also doch eine Extrawurst.

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