{Bloggerinterna} Blogfrust, Bloggerschwemme, Bloggen für Geld, alles nur gekauft … Ach, Blogosphäre – was soll nur aus dir werden?

GourmetGuerilla_KuechenfliesenNein, nein, nein. Ich wollte mich in diese Diskussion überhaupt niemals nicht einbringen. Nicht mein Ding. Wohin soll das auch führen, ne. Trotzdem sitze ich jetzt hier am Sonntagmorgen und tippe. Schuld ist Facebook. Da wurde mir nämlich heute morgen ein weiterer dieser Artikel in den Stream gespült, die sich irgendwie nicht so richtig über all das freuen können, was da draussen in den Weiten der Blogosphäre passiert. Und jetzt muss ich halt doch auch mal was dazu sagen.

Es ist für den einen oder anderen vielleicht verblüffend, aber Blogger beschäftigen sich entsetzlich gern mit sich. Und anderen Blogs. Und anderen Bloggern. Das alles zusammen heisst dann recht schmuck Blogosphäre. Und in der passieren Dinge.

Leider scheinen einige dieser Dinge aber ganz vielen Leute eben nicht mehr so richtig zu gefallen. Häufig wird davon berichtet, dass man in letzter Zeit Tendenzen wahrgenommen hat. Zum Beispiel die Tendenz zu zu vielen, neuen Blogs. Die Tendenz zu sehr professionellen Blogs. Die Tendenz zu vermarkteten Blogs. Die Tendenz zu Bloggern, die Geld mit ihrem Blog verdienen können und – bewahre! – wollen. Die Tendenz zu schöneren Fotos, professionellen Layouts, zu Heile-Welt-Texten, zu großen Kooperationen, zu vielen Gewinnspielen, zu vielen ungekennzeichneten Kooperationen und Sponsored Posts (mit Geld oder Sachleistung unterstützte Posts) selbst bei großen Bloggern. Aber auch die Tendenz zu Posts, die nicht mehr so richtig „aus dem Herzen” geschrieben werden. Es kommt sogar recht häufig der Verdacht auf, dass Blogger gar keine richtigen Blogger mehr sind. Also so richtige Blogger, wie es sie früher einmal gab in den Anfängen des Bloggens. Solche Leute, die ohne Rücksicht auf eine Öffentlichkeit und in der Anonymität des Internets ohne Impressumspflicht aus ihrer Seele für unsere Seelen geschrieben haben. Einfach nur so, ohne Hintergedanken, ohne Sponsor, ohne schönes Layout und wahrscheinlich noch mit bernsteinfarbener Schrift auf dem Bildschirmen (Displays hießen die Dinger ja erst später). Stattdessen gibt es nun Workshops für Blogger, Fortbildungen, Fotokurse – ach, Blogger schreiben sogar Bücher. Alles sei so unübersichtlich im Internet geworden und man würde gar nicht mehr wissen, in welchen Blog man als Leser (sic!) seine Zeit investieren solle. Hinterher wäre er eventuell ja sogar kommerziell. Sodom und Gomorra.

In den Kommentaren unter den erwähnten Artikeln finden sich meist auch ganz viele andere Blogger und Blogleser, die diese Befürchtungen teilen und die Blogosphäre mit gemischten Gefühlen betrachten: und zwar von Argwohn bis Sorge. Der Tenor ist meist klar: Man hat entweder aufgrund dieser Entwicklungen selbst keine Lust mehr zu bloggen oder mag Bloggern auch gar nicht mehr folgen.

In der Folge setzen Blogger unter ihre Artikel gern einmal panisch deutliche Hinweise, dass ein Post GANZ EHRLICH NICHT GESPONSERT ist, getrieben von anderen Bloggern und der Angst, der werte Leser könnte auf falsche Gedanken kommen, der Post, der Blog, die ganze Person wäre ja nur gekauft. Von wem auch immer. Und am Ende denkt das dann womöglich auch noch google. Warum und wie auch immer.

Blogger selbst verlangen sogar hartnäckig nach Statuten, Regeln und Kodizes, denen sie sich „unterwerfen” können, um mit in der Sidebar geführten Siegeln der Öffentlichkeit ihre Rechtschaffenheit offensiv und vorbeugend zu demonstrieren.

Das ganze liest sich schrecklich und hin und wieder hat man das Gefühl, dass der Untergang des Blogger-Abendlandes nur sehr knapp bevorsteht.

Nun.

Leider wird der allgemeine Blick von zwei Phänomenen getrübt, die das Glas der Blogosphäre eher halbleer, als halbvoll erscheinen lassen:

Das erste Phänomen ist so alt wie das Internet an sich … ach, was sag ich … eigentlich hatten Adam und Eva damit auch schon richtig schwer zu kämpfen: Veränderung. Wenn man sich mal an einen Status quo gewöhnt und sich darin schön muckelig eingerichtet hat, ist alles, was diese Situation ändert, erstmal doof. Wir wollen, dass Dinge so bleiben, wie sie sind. Wie wir etwas kennen, ist es gut. Umstände, die eine bekannte Situation ändern, sind verunsichernd und bedrohen unsere Muckeligkeit. Wenn da nicht die Neugier und der angeborene Spieltrieb wären, die uns hin und wieder voran schubsen, würden wir vermutlich immer noch in Höhlen an unserem rohen Fleisch nagen. Oder Mobiltelefone in der Größe eines Überseekoffers mit uns rumschleppen.

Das zweite Phänomen ist ein historisch-kulturelles. Ich glaube, man kann es sogar ganz wunderbar in einem Wort zusammen fassen: Deutsch. Die Deutschen mögen Dinge, die aus freien Stücken, mit harter Arbeit und in Demut getan werden. So lange jemand etwas umsonst tut und dies bescheiden mit anderen teilt, sind wir geneigt, die Leistung, den Urheber und vor allem seine Glaubwürdigkeit hoch zu schätzen. Die Demut ist dabei ein unbedingt nicht zu vernachlässigender Faktor. Wehe, jemand erzählt von seinem Erfolg, von seinem Verdienst, von seinem Spaß an den Dingen, die er tut. Da sieht die Sache schon ganz anders aus. Vor allem der Verdienst ist etwas, das man niemals zum Thema macht. Besser ist das. Denn wenn man Geld oder eine andere Zuwendung für die Leistung erhält, wird diese in der Wahrnehmung der anderen geschmälert, herabgewürdigt, gar unglaubwürdig und zweifelhaft. Diese Haltung und ein gewisser Sozialneid unterscheidet uns deutlich von anderen Nationen.

In Amerika und anderen Ländern würde man geradezu für verrückt erklärt, wenn man eine Sache gut kann, hart dafür arbeitet, Spaß daran hat, Geld mit ihr verdient – und diesen wunderbaren Umstand nicht auch seinen Mitmenschen mitteilte. Du kannst etwas und verdienst damit Geld? Großartig, herzlichen Glückwunsch! Du bist ein Blogger, hast viele Leser, kannst toll fotografieren und hast jetzt ein Buch geschrieben? Super! Endlich bekommst Du Geld für Deine Leistung.

Nur in Deutschland fühlen wir uns verraten, verkauft und persönlich enttäuscht, wenn wir feststellen, dass jemand nicht einfach nur aus Spaß an der Freude für unsere Seelen und zu unserer Unterhaltung schreibt oder bloggt. Wie schade.

Ich finde, jetzt schauen wir uns aber auch noch schnell die vielen positiven Aspekte an, die die Veränderungen der Blogosphäre mit sich bringen. Die Sorge um den Niedergang von Blogs kann ich nämlich nicht teilen. Im Gegenteil! –  wir haben sogar ganz, ganz viel Anlass zur Freude:

Ist es nicht wunderbar, dass immer mehr Menschen Blogs als Medium für sich entdecken? Jeder kann eine Stimme im Internet haben und die Dinge sagen und schreiben, die er will. Nie war die Blogosphäre so bunt und vielfältig wie jetzt. Jeder Blog ist ein kleines Start-Up, das mit viel Arbeit, Geduld, Engagement und Herzblut betrieben werden muss. Egal, ob man für sich, für andere, für Spaß, für Geld oder für Anerkennung schreibt. Oder vielleicht für alles zusammen?

Ist es nicht bemerkenswert, wie viele Menschen zusätzlich zu ihrem ganz normalen, stressigen Leben Zeit, Energie und Kreativität für einen Blog aufbringen? Was für ein großartiges gesellschaftliches Potenzial!

Ist es nicht spannend, dass sich dort ganz neue Beschäftigungsfelder und Berufskategorien eröffnen – selbst für Menschen, die nicht 45 Stunden in der Woche an einem Arbeitsplatz erscheinen können oder wollen? By the way: Blogger, die etwas verdienen, zahlen auch Steuern und tun damit etwas für die Gemeinschaft. Oder für eine neue Asphaltdecke auf der Autobahn.

Ist es nicht interessant zu verfolgen, wie die Medienlandschaft sich – auch durch Blogger – mehr und mehr verändert?

Das Internet ist der spannendste Spielplatz, den wir haben. Nirgendwo kann man so viel ausprobieren und auf keinem anderen Feld gibt es so viele und schnelle Neuerungen wir hier. Anstatt diese Veränderung zu betrauern, sollten wir uns freuen, dass so viele Menschen mit dem Medium Blog umgehen und die Freiheit und Energie haben, es mitgestalten, es vorantreiben. Das Jammern über unterschiedlichste Motivationen, unüberschaubare Vielfältigkeit, fehlenden Leitplanken und Raster innerhalb der Blogosphäre erscheint da hin und wieder etwas rückwärts gerichtet und kleingeistig.

Wir sind in einem sehr spannenden Prozess und ich bin total neugierig, wohin er uns führen wird. Und: Ich bin super gern ein winzigkleines beitragendes My in diesem riesigen Strom. So, jetzt geht es mir irgendwie besser.

Alles wird gut!

Info: Dieser Post ist aus dem Herzen geschrieben und EHRLICH TOTAL NIE NICHT GESPONSERT.

83 Comments

  • Seh ich sehr ähnlich wie du – insofern Danke für deine ehrlichen Worte!

    Und: es hat mich sehr beruhigt, dass dieser Post nicht gesponsert wurde. ;)

  • Genau. Danke für Deine Überlegungen. Ich würde noch anmerken, dass es das Lesevergnügen deutlich erhöht, wenn ein Blog ein schönes Layout, tolle Bilder und leserlich, vielleicht sogar unterhaltsam geschriebene Texte hat. Das ist erst einmal nix Schlechtes. Gegen die Vermarktung ist aus meine Sicht auch nichts zu sagen, wenn sie gekennzeichnet ist. Wenn ich einem Banner ansehe, dass er für einen Drittanbieter wirbt, wenn ein Text als gesponsert, am besten noch farblich abgesetzt, gekennzeichnet ist und wenn unter Blogbeiträgen steht, wenn Produkte oder Dienstleistungen dafür zur Verfügung gestellt wurden, dann ist das völlig in Ordnung. Nein, mehr: Dann ist das total wünschenswert, dass Geld eingenommen wird. Daher: Ich freue mich auch auf die Zukunft.

  • Ein sehr schöner Artikel, der sehr genau das Beschreibt, was ich zu der Thematik denke.
    Ich freue mich über jedes neue Blog, über das ich stolpere, entscheide, ob es mich interessiert mir gefällt und ich ihm weiter folge.
    Kommerziell? Na und, so lange ich unterhalten werde beim Lesen, Informationen finde, die mich erfreuen und ich einen für mich sinnvollen Nutzen aus diesem Blog ziehe, ist es doch schön, wenn der Blogger dann ebenfalls einen Nutzen hat und seine Zeit sinnvoll verbringt, sei es weil er zur Verfügung gestellte Produkte testen darf, Rezensionsexemplare erhält und bespricht, oder tatsächlich für seine Texte bezahlt wird oder Bücher veröffentlicht.
    Es gibt Blogs, die erinnern an Tagebücher und es gibt Blogs, die sind fast schon Coffeetable-Books… nur so kann doch jeder Nutzer für sich entdecken, was ihm gefällt und was er konsumieren und lesen möchte.

    Dein Blog lese ich übrigens immer wieder mit wachsender Freude :)

    Herzliche Grüße vom lila Sofa…

  • Schön auf den Punkt gebracht :) Man kann das Thema von verschiedenen Positonen betrachten und dabei kommt immer etwas anderes heraus – es gibt nicht die eine, einzige Wahrheit, sondern viele.. Das macht die Diskussionen auch so schwierig.
    Liebe Grüße,
    Ela

  • Wie schön, dass du das hier mal so klasse auf den Punkt gebracht hast, dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch bei denen, die die Veränderung gerade so negativ sehen, mal etwas Optimismus eingekehrt. Dein Text ist da ein guter Einstieg! LG Stefanie

  • Sehr schön geschrieben. Daumen hoch dafür. :-)
    Ich selber finde das Bashing unter den Bloggern so unendlich überflüssig, dass ich mich, als Konsequenz, aus vielen Netzwerken der Blogosphäre stark zurückgezogen habe. Ich lese aber weiterhin die Blogs, die ich mag und Neuentdeckungen, die mir über den Weg laufen. Und freue mich über Kooperationen, Gastbloggereien und Rezensionsexemplare, die auf mich zukamen und vielleicht auf mich zukommen werden. :-)
    Schön, dass Du dieses Thema mal klar angesprochen und durchgedacht und so auf den Punkt gebracht hast. :-)

    Schokoladige Grüße,
    Nele

  • Vielen herzlichen Dank für diesen Post, der so total aus dem Herzen zu kommen scheint! ;) Das macht einer jungen Bloggerin wie mir Mut, weiter zu machen!

  • Toller Post. Super geschrieben. Du hast diese Thematik ganz wunderbar von verschiedenen Seiten beleuchtet. Ich frage mich oft, ob Kritikern, die sich darüber empören, dass auch der Blogger einen Nutzen aus ihrem Tun ziehen, der über die Freude des Schreibens und Gestaltens hinausgeht, klar ist, dass so ein Post tatsächlich harte Arbeit sein kann. Auch wenn sie Spaß macht. Und natürlich kosten auch Arbeitsmaterialien Geld.
    Es gibt immer mehr qualitativ hochwertige Blogs. Blogger die viel Zeit und Liebe investieren. Eine durchaus positive Veränderung, wie ich finde. Mir macht es großen Spaß, genau solche Blogs zu lesen und ich freue mich, wenn diese Blogger für so viel Einsatz belohnt werden.

    Danke für den gelungenen Beitrag!

    Liebste Grüße
    Anna

  • Getroffen! Genau auf den Punkt getroffen!
    Du hast das so gut und eindrucksvoll geschrieben, da bleibt nur zusagen: Blogger, bleibt so wie ihr seid! Ihr macht das toll!

  • Du schreibst mir aus der Seele! Ich bin noch relativ neu in der „Blogosphäre“ und manchmal ganz schön eingeschüchtert und enttäuscht wenn ich mich in das Haifischbecken der Schwarmintelligenz begebe. Ich liebe mein kleines Blog und stecke sehr gerne viel Zeit, Energie und auch Geld hinein und freue mich einfach über das Feedback, die netten neuen Bekanntschaften und die Möglichkeit mein keratives Leben irgendwo fest zu halten. Muss denn immer alles reglementiert, kuratiert und klassifiziert werden? Schreiben nur um zu gefallen – nein Danke.
    So, mir geht es jetzt auch besser! Danke!
    LG Johanna

  • Danke sehr für diesen Artikel,
    aufgrund von vielen verschiedenen (Bloggerinnen)Stimmen, hab ich mich bislang nicht getraut meinen Blog (auch außerhalb der Facebook Seite) zu veröffentlichen und schreibsel bislang nur dort herum….
    Denn auf neidischen BloggerinnenZoff (jahaaa, den soll es geben, sagte man mir) hab ich weder Lust noch Zeit.
    Seit stolz , Ihr tollen Bloggerinen da draußen, auf die Zeit, die Ihr erübrigt. die Fotos, auf das was Ihr bastelt, backt, verpackt, kocht, fotografiert und schreibt! Wenn ihr damit Geld verdient, dann freut Euch gefälligst! Ich freue mich für Jede(n) der einen Weg findet, mit Spaß bei einer Sache zu sein und Erfolg gönne ich auch jedem!
    Und wer nur zum Vergnügen blogt (so wie ich), auch der kann stolz sein auf Erfolge. Nämlich Kommentare, Interaktion mit anderen da draußen, denen gefällt was der- odér diejenige grad so schreibt!
    herzliche Grüße vom Sofa
    sendet
    Sonja

  • Nun hast Du viele Punkte angesprochen – nehmen wir mal die Fotos: Da finde ich es ganz schön, wenn die zumindest richtig belichtet sind ;-)
    Wenn ich auch den Aufwand, den Manche betreiben, für übertrieben halte.
    Zu Kooperationen (das Thema wird auch nicht so heiß gegessen, wie es hochgekocht wird) habe ich meinen Standpunkt kürzlich so formuliert:
    Es geht hier nicht nur ums Geld, sondern auch um die Sache. Gute Produkte oder Ideen vorstellen zu können, ist mir auch ein inhaltliches Anliegen.

  • Liebe Mel,
    auch von mir nochmal ein „Danke“! Jeder soll es natürlich so machen wie er mag.
    Aber An der Diskussion verstehe ich auch vieles nicht. Zum Beispiel warum sich manch einer nicht vorstellen kann, dass man zugleich mit echter Leidenschaft bloggen kann und seinen Blog (mittelfristig) vermarkten will, also auch professionell an die Sache rangeht. Ich bin Freiberuflerin und arbeite jede Woche deutlich länger am Blog (und natürlich mit viel mehr Herzblut) als andere in einen Teilzeitjob stecken. Irgendwann erhoffe ich mir natürlich auch, dass da finanziell was rumkommt – zumindest die Kosten gut gedeckt sind. Sonst kann ich mir diesen Zeiteinsatz irgendwann einfach nicht mehr leisten.
    Viele Grüße, Kathrin

  • Super Mel! Sehr schön geschrieben. Ich finde das schöne an bloggen ist auch das grenzenlose. Vielen Dank trotzdem dass die Deutsche blogosphäre, die kleine Französin so nett mitaufgenommen hat!
    Elodie

  • Ich bin da grundsätzlich ganz bei dir. Vor allem, was die tollen Möglichkeiten angeht, die sich durch das Bloggen ergeben können und dass das doch gefälligst ein Grund zur Freude zu sein hat. Ich bin persönlich auch der Meinung, dass eine professionellere Herangehensweise an einen Blog in 99% aller Fälle erst mal NUR positiv sein kann: Ein besseres Layout, tollere Fotos, bessere Texte, überhaupt mehr Ahnung und daher besser Output? Sehr zu begrüßen und für mich ein Grund mehr mitzulesen. Aber ich sehe auch bei einigen von dir angesprochenen Punkten „Schattenseiten“ (klingt jetzt unglaublich dramatisch, ist aber gar nicht so gemeint): Leider geht in meinen Augen mit der Verbesserung häufig eine Art Uniformierung einher, sowohl inhaltlich als auch optisch. Ich glaube noch nicht mal, dass das in den meisten Fällen bewusst geplant ist, ich glaube das passiert einfach, gerade auch weil man in der Blogosphäre so schön vernetzt und sowohl Blogger als auch Leser ist. Da wird man einfach inspiriert. Aber wenn dann am Ende alles gleich aussieht oder überall die gleichen Inhalte präsentiert werden, finde ich das schade. Deswegen bin ich auch (obwohl ich sie grundsätzlich sehr befürworte) gegen Kooperationen mit zu vielen involvierten Bloggern. Das ist weder für die Blogger gut, noch für die Firmen. Aber leider sieht man das, finde ich, zu häufig. Und das führt, glaube ich zumindest, auch ein bisschen zu dem Unmut, der uns im Moment häufig entgegenschlägt. Trotzdem sind Kooperation, Sponsored Posts und Bücher gut und wichtig, wenn sie gut gemacht sind. Wenn einer meiner Lieblingsblogger es sich auf diese Weise „leisten kann“, interessanten und gut gemachten Content ins Netz zu pulvern, dann ist das doch perfekt. Denn auch wenn es uns verdammt viel Freude macht, ist es doch auch verdammt viel Arbeit. Und die zu honorieren finde ich nur mehr als fair.

    Dass es so viele neue Blogs gibt, finde ich grundsätzlich auch ganz hervorragend. Was ich nur schade finde, ist, dass ich sie nicht mehr alle lesen kann. Und in meinem Übereifer dann doch so viele in meinem Reader habe, dass ich sie nicht mehr richtig lese, sondern nur überfliege und schon gar nicht mehr kommentiere. Wie kann ich da meinen Lesern böse sein, wenn das Kommentarverhalten deutlich abgenommen hat? Kann ich nicht. Schade finde ich es trotzdem. Da bin ich ganz ehrlich. Trotzdem: Ich freue mich über jeden tollen, neuen Blog, den ich finde und kann auch jeden nur ermutigen, der daran Freude hat.

    So, jetzt habe ich einen Roman geschrieben und trotzdem sicher die Hälfte vergessen, Was ich nur meine: Vieles hat zwei Seiten und häufig bedingen sie sich. Man kann nicht alles verteufeln, aber muss auch nicht alles gut finden. Man muss nur das Beste für sich daraus machen ;)!

    • Das hast du sehr schön ergänzt, liebe Fee. :)

      Was mich allerdings in letzter Zeit des öfteren stört (muss ich ganz ehrlich zugeben) – wenn ich denn Eindruck habe, dass alles so schrecklich GEZWUNGEN ist. Alles ist super, alle getesteten Produkte sind super und wenn man nicht auch so ist, hat man Angst hinten runterzufallen.
      Deswegen finde ich Blogs, die ehrlich sind, bei denen ich merke, dass der Blogger Spaß hat, an dem was er tut und bei denen ich merke, dass es eben nicht nur um Aufmerksamkeit durch Dritte geht (für wen blogge ich denn? Für mich oder für andere? Für beides? Oder doch nur für die Bestätigung?) umso symphatischer.

  • Ganz großartig und amüsant auf den Punkt gebracht! Ich „liebe“ Diskussionen, die sich auf 2 typisch deutsche Glaubenssätze berufen:
    1. Das haben wir schon immer so gemacht!
    2. Das haben wir aber noch nie so gemacht!
    Veränderung tut manchen weh. Aber ohne Veränderung würden wir heute noch in unseren Höhlen hocken und uns mit der Keule gegenseitig auf den Kopf hauen. Möge also jeder vor seiner eigenen Höhle kehren und die Keule gegenüber anderen Bloggern stecken lassen!

  • Punkt! Mehr gibt es hierzu nicht zu sagen… nur noch eins! Toll geschrieben, Du sprichst mir aus der Seele! :) <3
    Viele liebe Grüße
    Sarah

  • Ganz große KLASSE! Danke dafür!
    Ich freue mich nämlich als Blog-Anfängerin sehr auf eine abwechslungsreiche und inspirierende Bloggerzukunft!
    Liebe Grüße
    Mariola

  • Es ist doch so: Bis ein Blog tatsächlich mal ein bisschen Geld einbringt, muss viel, viel, viel Zeit, Arbeit und vor allem Liebe investiert werden. Dazu gehört eine gute Reichweite auf Social Media und auch die kommt nicht von ganz alleine. Schlechte Blogs schaffe das nicht wirklich, weil kein Mensch Lust hat, dann mitzulesen. Insofern denke ich, dass da auch ganz oft der Neid spricht, wenn gemeckert wird – weil man halt nicht so viel Arbeit reinstecken will, keine Idee hat, etc. Ja, es sind viele Blogs in den letzten Jahren dazu gekommen, aber gelesen werden eben immer nur die, die es schaffen, interessant, unterhaltsam, authentisch und innovativ zu bleiben. Insofern… ☺

  • ganz großartig auf den punkt gebracht! danke dafür! ich glaube ja, dass in einiger zeit kein hahn mehr danach kräht, ob es wirklich in ordnung ist, geld mit solchen „hobbys“ zu verdienen… dafür sind diese artikel und diskussionen wichtig. ja, aller anfang ist schwer – aber er ist gemacht.

    lg, maria

  • Du sprichst mir aus der Seele. Völlig! Sehr gut zugespitzt auch. Die ganze Diskussion ist von sehr viel Unkenntnis geprägt und daher ringe ich mich auf diesem Wege zu einem Klugscheißer-Beitrag durch.

    Genauso wie die Pflicht zum Impressum gesetzlich und allgemein bindend geregelt ist, schreibt das Gesetz vor, wie wir mit Werbung umzugehen haben. Nämlich transparent. Wer einen Verstoß dagegen behauptet, muss diesen aber auch beweisen. Kann er dies nicht, bewegt er sich schnell im Bereich der üblen Nachrede. Die ist in Deutschland nicht nur strafbar sondern kann auch Grundlage eines zivilrechtlichen Unterlassungsanspruchs und – noch drastischer- einer Schadenersatzforderung sein. Blogger, die andere beschuldigen, bewegen sich also selbst meist auf dünnem Eis.

    So gesehen brauchen wir keinen Kodex, den hat uns der Gesetzgeber bereits gegeben. Denn auch das muss klar sein: Es gehört zu den Lichtblicken der Professionalisierung, Geld für seine gute Arbeit zu bekommen. Zu den Schattenseiten, dass man sich an noch mehr Spielregeln halten muss. Wer das nicht tut, macht sich zu Recht angreifbar. Deshalb gehört zur Professionalisierung auch, sich mit diesen Regeln auseinanderzusetzen.

    Deshalb bin ich für einen Kodex. Er würde keine neuen Regeln erfinden. Ein Kodex gäbe Bloggern die Chance, sich mit den gesetzlichen Grundlagen ihrer Arbeit zu beschäftigen und ihre Auslegung zu erarbeiten. Bevor es andere zu ihrem Nachteil tun. Die Rechtsabteilungen große Verlage zum Beispiel, die irgendwann erkennen, dass Blogger für sie zur Konkurrenz auf dem Werbemarkt werden sich diese vom Hals schaffen möchten. Ein Kodex wäre damit ein Siegel für Professionalisierung, das nicht nur nach innen an andere Blogger gerichtet wäre und einen Generalverdacht zerstreuen würde. Es wäre auch ein Zeichen an Journalisten in etablierten Medien, die sich immer noch – auch mit Bezug auf ihren Presse-Kodex – über laienhafte Blogger erheben. Und an professionelle Agenturen, die ihre Budgets auch lieber bei Bloggern lassen, die sie einschätzen können als bei unberechenbaren Laien.

  • Schön geschrieben und es stimmt jeder Satz! Da kann man eigentlich gar nicht viel mehr drauf sagen/schreiben. Mit Veränderungen tun sich halt wirklich die meisten Menschen schwer. Aber so ist doch auch das ganz normale Leben: eine einzige Veränderung! Gut zu wissen, dass sie sich alle an Veränderungen gewöhnen – die einen früher, die anderen später….
    Die unterschiedlichsten Motivationen von Bloggern zu sehen, warum, worüber und wie sie bloggen, ist doch eine tolle und spannende Sache – finde ich persönlich! Langweilig kann uns Bloggern jedenfalls nicht so schnell werden…
    Beste Grüße,
    Prof. Wurst

  • Merci! Was für ein toller Post! Ich bin über eine Facebook-Verlinkung auf deine Seite gekommen und kann nur alles unterschreiben! Klar sind es zu viele Blogs, um sie alle zu lesen, aber es interessieren mich zum einen ja auch gar nicht alle Themen und zum anderen kann ich so immer wieder neue, tolle Blogs entdecken. Und wenn mir ein Blog wegen zu viel Werbung oder zu großer „Uniformität“ nicht (mehr) gefällt, muss ich ihn ja nicht lesen.
    Liebe Grüße, Sonja

  • Danke!! Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    Doch, vielleicht noch, dass es momentan eine Foodblogger-spezifische Diskussion zu sein scheint. Die Modeblogs zum Beispiel sind diesen Kinderkrankheiten entwachsen. Ich sage nicht dort ist alles besser (Thema Zickenalarm und Neid), aber Professionalität, Zusammenarbeit mit Marken bzw. Unternehmen und als Blogger Geld verdienen ist dort vollkommen akzeptiert.
    Ich sehe Foodblogs in der zeitlichen Entwicklung ein paar Jahre hinter Modeblogs, aber ich finde man kann im Vergleich gut sehen, wo die Reise hingehen wird. Ja, Reise, Fortschritt, Veränderung, oh mein Gott ;)
    Jetzt hab ich doch mehr geschrieben, als ich wollte. Deswegen nochmal: danke!

  • Ach ja!
    Auch mein Blog ändert sich, aber nicht weil sich die Blogwelt ändert, sondern weil ich erfahrener werde.
    Und vor kurzem habe ich mich sogar auf einen Produkttest eingelassen, aber, huch, selbst die Marketingabteilung war erstaunt was ich da abgeliefert hatte, denn es war nicht ich hae das und das getestet blabla, das ist toll blabla, kauft doch bitte auch blubblub.
    Mein Blog blieb mein Blog mit einer Geschichte und das Produkt spielte eben eine Rolle, doch ich hatte nicht das Gefühl mich zu verkaufen und darauf kommt es an.
    Also wer gerne Blogs lesen will mit herzlosen tests soll das tun, wer das doof findet wie ich soll es lassen, aber jeder soll sein Ding machen und wenn manche so blöd sind auf manche „unechte“ Blogs rein zu fallen sollen sie doch.
    Ich bin echt und wer mich lesen will kann das tun oder lassen.
    Ich finde Deine Worte toll und das zeigen ja auch die Kommentare

  • Großartig!

    Ich klatsche in die Hände und freue mich sehr über Deine geschriebenen Zeilen. Auch Fee’s Zeilen kann ich unterschreiben. Ich liebe das bloggen und liebe Blogs und hoffe, dass es noch sehr, sehr lange anhält und sich stetig weiterentwickelt…

    Liebe Grüße,
    Nina-Su

  • Hallo liebe Mel,
    gäbe es ein Blogosphären-Trending, dein Post wäre mit aufgeführt, denn du hast Recht: Dieses Über-das-Bloggen-Bloggen ist im Moment Trend. Und in einigen Artikeln finde ich mich auch wieder. Auch in deinem, z.T. zumindest. Als Blogger kommt man nicht daran vorbei, sich über all die Fragen rund um Authentizität und Sponsored und Geld Gedanken zu machen. Mittlerweile. Am Anfang war das anders, da gebe ich dir Recht. Je größer das eigene Blog wird, je größer die Blogosphäre wird, desto mehr muss man beachten, so fühlt es sich an. Und deshalb kommen plötzlich so viele Posts über Gedanken eines Bloggers zum Vorschein. Und das ist ok und interessant und jeder soll sagen können, was er denkt. Aber gerade diese Neider-Gesellschaft geht mir auch völlig ab. Ich versteh sie nicht, sie nervt mich und ich finde es traurig, dass es soweit gekommen ist. Von Solidarität unter Bloggern spürt man wenig in letzter Zeit und ich hoffe, dass solche Posts wie deiner hier das wieder ändern, indem wir uns wieder auf Herz und Seele unserer Blogs besinnen können.
    Viele liebe Grüße
    Julia

  • Zugegeben, ich habe die ganzen Kommentare über mir nicht gelesen, aber ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Leute – vermutlich Blogger ;) – dir zustimmt. Und weil es davon nie genug geben kann – also von Zustimmung und von guten Blogs – hast du meine auch noch obendrauf.
    Ich bin auch eine dieser Und-noch-ein-Foodblog-Blogger und ich habe damit angefangen, weil ich mir gern eine eigene Plattform für meine Rezepte, Ideen, Gedanken etc. schaffen wollte. Wen es interessiert und wer es mag, liest, wer nicht, der soll eh wegbleiben. In erster Linie ist es eine Form der Selbstverwirklichung, eine der aufwendigen, zeitraubenden Art, die aber SEHR SEHR viel Freude bringt. Und wenn mich dabei jemand unterstützen möchte, egal in welcher Form, freue ich mich darüber. Schließlich ist das auch eine Form der Anerkennung. Es ist eben (Achtung! Phrase!) eine klassische Win-win-Situation für mich als Blogger und für das Unternehmen. Und jeder Blogger hat die Wahl – man muss schließlich keine Kooperationen eingehen, wenn man das nicht möchte. Von daher, kein Grund zur Aufregung, finde ich.

    LG und weiter so.
    Claudia

  • Echt nicht gesponsort? Nee, dann mach ich schnell die Augen zu ;)
    Danke für den Eintrag, spricht mir aus der Seele :)

    Beste Grüße
    Kivi

    nie nicht gesponsort und auch nicht bezahlt und so ;)

  • Ich bin über Twitter über Deinen Post gestolpert und möchte mich für die Zusammenfassung der aktuellen Diskussion bedanken. Mir als Blogger- Neuling hat es um einiges weitergeholfen.
    Hab eine gute Zeit!
    Sabine

  • Liebe Mel,
    unglaublich gut geschrieben. Ich sitze eben auf der Couch und nicke und nicke! Im Moment hab ich auch öfter einfach keine Lust mehr aus Angst vor Kritik, aber du hast so recht – das tun was einem Spaß macht und seiner Meinung eine Stimme geben – das ist es, worauf es ankommt!
    Danke für diesen Input! Viele Grüße, Amelie

  • Hey, gute Gedanken! mir ging auch so Einiges im Kopf rum darüber in letzter Zeit, aber eher so in die bescheiden-deutsch-bewahrende Richtung, muss ich zugeben. Danke für den Perspektivwechsel :-)

  • Hach Mel, das hast Du hübsch in Worte gekleidet!
    „Man muss auch gönnen können“ könnten sich die ewigen Nörgler auch mal zu Herzen nehmen. Ständig alles schlecht machen, scheint uns aber auch irgendwie in die Wiege gelegt worden zu sein … ;)

    Dein Blog hat sich hübsch verändert und ist selbstsicherer geworden; etwas, was uns allen ständig passieren sollte, oder!? Also mach einfach weiter nach Herz- und Bauchgefühl und ich werde Dich weiter lesend (und auch sonst) begleiten. Und wenn ich Deinen Blog nicht mehr mögen sollte, dann habe ja vielleicht ich mich und mein Geschmack sich geändert. ;)

  • Hej Mel,
    besser spät als nie. Aber nun habe ich deine Replik endlich auch gefunden – und mir erlaubt, von meinem Post auf deinen zu verlinken, um etwas Frischluft reinzulassen und den Blick zu weiten. Okay?
    LG I.

  • Großartiger Artikel! Danke :)

    Ich sehe ja durchaus ein, dass man Angst haben kann, dass ein paar schöne Dinge, die man so an Blogs geschätzt hat, bei MANCHEN Bloggern verloren gehen könnten: Der Spaß am Schreiben und die Ehrlichkeit. Aber die meisten bleiben doch am Ende wirklich bei ihrer ehrlichen Meinung. Und wenn es sich um Werbung handelt, hat diese natürlich gekennzeichnet zu werden- genau wie im Fernsehen. Als Fernsehwerbung eingeführt wurde, haben sich da auch viele aufgeregt? Ich weiß es nicht. Hören die Leute auf, Filme zu gucken, obwohl dort Product Placement betrieben wird? Wohl kaum.

    Es ist doch wunderbar, wenn einige die Möglichkeit haben, mir ihrem Hobby etwas Geld nebenbei verdienen zu können. Noch toller wäre es doch, sich damit tatsächlich den Lebensunterhalt verdienen zu können. Man darf ja auch nicht vergessen, dass Blogs durch Werbung am Leben erhalten werden können. Und die Themen durch PR Samples vielfältiger werden. Viele sehen wahrscheinlich auch nicht, dass es auch Geld kostet, einen Blog zu betreiben (z.B. Speicherplatz, Domain) und die Werbeeinnahmen bei vielen so gering sind, dass diese Kosten nicht mal oder gerade so gedeckt werden…

    Oh je, der Kommentar wurde länger als gedacht. :D Aber über dieses Thema könnte man wohl ewig philosophieren…

  • Ja, ja, ja!!!
    Danke für diese Worte!!!
    JEDER sollte bedenken, dass er frei entscheidet einen Blog zu lesen oder eben nicht… aber da kommen wir dann schnell wieder zum Neid ;-)… zumindest, wenn dieser Blog „erfolgreich“ ist, oder?
    Genauso wie jeder frei ist in seiner Entscheidung, irgendwo etwas zu erwerben, zu buchen, zu nutzen….. FREI :-) ….es ist also möglich all diese NICHT zu erwerben, zu buchen, zu nutzen…. so viel Entscheidungsstärke haben wir Blogleser doch :-)
    Es ist doch toll, dass wir uns frei entscheiden können.
    Alles wird gut, denke ich auch:-)
    Bunte Grüße, Imme♥

  • Eine typisch deutsche Diskussion mit den Hauptelementen „Sozialneid“, „Unabdingbarkeit von Regeln“ und natürlich „bloß keine Veränderung“!
    Ich danke dir für deine klaren Worte!
    Ich bin fast ausschließlich in der Näh-Blogosphäre unterwegs, dort geht es sehr entspannt und begeisternd zu. Ich finde beinahe täglich für mich neue Blogs, die mich begeistern und inspirieren und die ich zusätzlich zu meinen gefühlten 1000 abonnierten Blogs auch noch gerne lesen würde.
    Jeder, der mich diesem großen Angebot nicht klar kommt, kann doch den PC einfach auslassen. Aber da trifft der mündige Bürger wohl auf den Wutbürger…
    Danke für deinen Post, der dich sicherlich viel Zeit gekostet hat!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

  • Herrlich! Und so auf den Punkt gebracht!
    Die meistgestellte Frage in meinem Umfeld: Was ist ein Blog – und wozu braucht man es?

    Die Antwort, dass es *nur* Spass macht, ist für viele unverständlich…. Man muss nicht mit allem Geld verdienen – Interesse mit Gleichgesinnten austauschen oder virtuell lachen/weinen können – für viele absolut undenkbar.

    Liebe Grüsse und weiter so
    Susi

  • Das trifft es doch super auf den Punkt!!

    Ich bin „nur“ ein kleines Bloggerlicht. Aber selbst wenn alle kleinen Lichter brennen kann´s verdammt hell werden :o)
    Das geht dann auch ohne Hochglanzfotos oder geschnörkeltes Schreiben.

    Jeder soll doch einfach so tun wie es ihm bzw. ihr beliebt. Schließlich kann sich der Leser ja aussuchen welchen Blog er lesetechnisch verfolgen möchte und welchen nicht.
    Und das mit den Neid bei uns Deutschen ist wirklich ein Phänomen, hinter welches man wohl nie kommt um es wirklich zu verstehen.

    Danke für deinen tollen passenden Post.

    Liebe Grüße
    Gnubbel

  • Aus der Seele geschrieben….und…hey – mein Kommentar ist auch nicht gesponsert ;-) Meine Fotos entstehen in der Küche oder im Garten …aber nicht mit Fotoleinwand und Weitwinkel und Markobjektiv…zu kommerzielle Blogs überfliege ich nur noch oder lese sie gar nicht mehr. LG

  • Das zweite Phänomen kann ich nachvollziehen. Das ist eine typisch deutsche Debatte und da muss jeder seinen Weg für sich finden.
    Es ist ein wenig ein Einheitsbrei geworden. Aber das regeln die Leser.

    Aber das erste Phänomen, sehe ich anders. Zu hinterfragen und eine Diskussion anzuregen, weil sich etwas verändert, hat nichts mit der Angst vor Veränderung zu tun. Sondern etwas mit mitmachen, einmischen.
    Und da das mittlerweile sogar nicht-Deutsche tun, ist damit sogar vielleicht das zweite Phänomen zu hinterfragen?
    http://decor8blog.com/2014/05/17/the-future-of-blogging-what-do-you-think/

  • Ein großartiger Artikel, inhaltlich und stilistisch! Die Kommentare dazu sind ebenfalls sehr lesenswert und ich habe eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer eben Danke für diese treffenden Zeilen :)

    LG
    Moni

  • Ganz, ganz toller Artikel! Habe mich sehr gefreut, das zu lesen. Blogge noch nicht so lange, finde es aber ein super tolles Hobby das mir viel Freude bereitet. Und auf meine ersten 100 Euro die ich mit dem bloggen verdient habe, war ich auch ganz schön stolz. Bin gespannt was sich noch ergibt!

    Weiter so und schau doch mal vorbei (Qualität ist wohl noch immer das höchste Gütesiegel, das schlichtweg unantastbar ist)..
    – Cécile

  • Großartig geschrieben und auf den Punkt getroffen. Ich geniesse die vielen Freiheiten in unserem Land, aber mir leuchtet einfach nicht ein, warum wir immer die Nase rümpfen, wenn jemand Erfolg hat. Mitfreuen ist doch so viel schöner! In diesem Sinne: ich freue mich, hier einen so fabelhaften Artikel gefunden zu haben!^^
    Liebst, Bina

  • Ich habe deinen Artikel gerne gelesen, denn er bietet viele interessante Diskussionspunkte. Ich bin z.B. skeptisch, ob die Ablehnung der immer weiter vorangetriebenen Kommerzialisierung der allermeisten Blogs tatsächlich auf das von dir beschriebene typisch deutsche „Nicht-Gönnen-Können“ zurückzuführen ist. Nicht jede Form von Kritik ist gleich Nörgeln, sie kann auch konstruktiv sein. Genauso wie alles-beim-Alten-Lassen nicht gut sein muss, muss auch Veränderung nicht zwangsläufig gut sein. Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass viele Leser, die zuvor bestimmte Blogs wegen der individuellen Note, persönlicher Geschichten etc. besucht haben, einfach enttäuscht sind, wenn die persönlichen Blogpost durch Produktvorstellungen jeglicher Art (manchmal ganz offen, manchmal als persönliches „getarnt“, je nach Blog) ersetzt werden.

    Ich kann z.B. von mir sagen, dass der Grund, warum ich Blogs besuche, eben das „Individuelle“, der persönliche Stil ist. Wenn ich gut recherchierte journalistische Texte lesen will, rufe ich eine bekannte Zeitungs-Seite auf (was nicht ausschließt, dass auch Blogger gut schreiben können), wenn ich Werbung will, schaue ich mir eben Werbung an, Internet, Zeitschriften und Fernsehen wimmeln sowieso schon davon. Ich für meinen Teil brauche dafür keine Blogposts, deshalb werden es leider auch immer weniger Blogs, die ich noch lesen mag.

    Und um den Neid-Vorwürfen präventiv entgegen zu wirken: Ich gönne es von Herzen jedem Blogger, mit dieser Beschäftigung Geld zu verdienen. Wenn jemand auf der Grundlage seines Blogs die Möglichkeit bekommt, ein Buch herauszubringen – Chapeau!, tolle Sache. Auch mit offensichtlicher Werbung wie Anzeigen etc. habe ich kein Problem, gelegentliche gesponsorte Posts finde ich auch noch relativ unproblematisch. Ich bemerke aber für mich, dass es bei vielen Blogs Überhand nimmt und zulasten des Inhalts geht. Ich finde es schade, wenn bei vielen Blogs in vielleicht noch 2 von 10 Fällen ein nicht-gesponsorter Post erscheint.
    Auch hier gilt: Natürlich bleibt es jedem Blogger selbst überlassen, wieviel seines Bloginhalts er verkauft, wieviel einer wirklich persönlichen Note er noch hineinbringen möchte (mag sein, dass ihm die gesponsorten Produkte wirklich gefallen, aber es macht eben schon einen Unterschied, ob man dafür bezahlt wird oder nicht…), dafür verurteilen würde ich niemanden. Jeder wählt seinen eigenen Weg. Aber: Auf jedem Blog in Form „besserer und kreativerer Kundenrezensionen“ nur noch dieselben Produkte vorgestellt zu bekommen, weil es für die Firmen eben eine sehr sehr günstige Werbung ist, langweilt mich und offenbar auch andere.

    Ich möchte dies ganz einfach nur zu bedenken geben, um das gegenseitigte Verständnis ein wenig voranzutreiben – man MUSS die Kommerzialisierung der Blogs nicht gut finden. Und das muss mit Neid überhaupt nichts zu tun haben.

  • Hallo Mel,
    wirklich gut geschriebener Blogartikel. Gerne lese ich Blogbeiträge wie diese von dir. ich stimme dir zu 100% zu! Wir steigern uns gerade hinein, in die Welt des Schreibens. Ich führe ein Unternehmen Blog für professionelle Fachübersetzungen. Deine Beiträge sind wirklich klasse.

    Ps. Sorry für die Schreibfehlern ich bin Niederländisch.

    Liebe Grüßen,
    Anja

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