{BlogThinkTank} Warum ein Blog wie eine Beziehung ist. Und dass man sich manchmal auch trennen muss.

Warum ein Blog wie eine Beziehung ist #blogger

Ein neues Phänomen aus den USA beunruhigt zunehmend die deutsche Blogosphäre: Immer mehr erfolgreiche Food- und DIY-Blogger beschließen quasi über Nacht, ihre Blogs aufzugeben und nicht mehr weiter zu schreiben. Trotz jahrelanger Arbeit, großer Bekanntheit, vieler Lesern, eigener Büchern und überhaupt allem, was man sich als Blogger so wünschen kann. Droht uns deutschen Bloggern bald das gleiche Schicksal? Wie kann es überhaupt zur Blogtrennung kommen? Ein Erklärungsversuch: 

 

Wie man sich von einer Liebe trennt – eine Beziehungs-Parabel in 10 Phasen.

#1 Alle Leinen los!
Ihr habt euch gerade kennen gelernt und es ist wahnsinnig aufregend. Du denkst den ganzen Tag über diese neue, wunderbare Sache in deinem Leben nach. Du freust dich, nach Hause zu kommen und dich endlich ganz darauf konzentrieren zu können. Die zusammen verbrachte Zeit vergeht wie im Flug und du wünschst dir nur eines sehnlichst: ganz bald noch mehr Zeit gemeinsam verbringen zu können. Auch wenn es schon weit nach Mitternacht ist und du morgen sehr früh aufstehen muss. Yeah! Wie herrlich verwegen und unvernünftig! Das Leben ist schön.

#2 Die Welt aus den Angeln.
Inzwischen habt ihr euch ein paar Mal getroffen. Du bist motiviert und selbst die ödesten Alltagsdinge können dich nicht anfechten. Dein Chef stänkert rum? Das perlt einfach so an dir ab. Es gibt da etwas, das dich inspiriert, dich trägt und dir diesen Hauch Rosa ins Gesicht zaubert. Du weiß noch nicht richtig, wohin die Reise genau gehen wird … aber du spürst, es ist etwas besonderes, es ist gut und es gehört dir und keinem anderen auf dieser Welt.

#3 Outing.
Nach einer bestimmten Zeit bist du dir sicherer mit euch. Du beginnst, anderen davon zu erzählen. Du bist aufgeregt und ein bisschen verlegen und du wünschst dir sehr, sehr doll, dass deine Freunde und Verwandte ihn mögen werden. Nichts würde dir jetzt mehr das Herz brechen, als abfällige Bemerkungen oder Unverständnis. Aber alle geben dir positives Feedback. Und das macht dich richtig glücklich. Du weißt jetzt, dass daraus etwas ganz besonderes, festes werden wird.

#4 Big, big Love.
Ihr seid inzwischen ein super Team. Es läuft gut. Ihr entdeckt fast jeden Tag gemeinsam neue Dinge. Aber es ist nicht mehr so schrecklich aufregend, wir früher. Ein bisschen Sicherheit und Routine ist ja aber auch ganz gut – da muss man sich nicht über jede Sache doll enthusiasmieren und kann sich auch mal wieder um andere Dinge des Lebens kümmern. Die Freunde, den Job oder den Abwasch. Irgendwas ist ja immer. Toll ist, dass immer mehr Leute kommen und sagen, dass ihr ein echtes Traumpaar seid. Manche wollen sogar wissen, wie ihr das so zusammen macht. Oder sie laden euch regelmäßig ein, weil sie eure Gesellschaft schätzen. Einige besuchen euch auch und bringen nette Geschenke mit. Ihr habt eine Menge neue und interessante Freunde gefunden. Das schmeichelt dir und wenn du ihn anschaust, denkst du regelmäßig, was er doch für ein toller Typ ist. Und dass du ein Glückpilz bist, weil es läuft, wie es so läuft.

#5 Alltagsgedöns.
Irgendwann merkst du, dass euer gemeinsamer Weg auch Arbeit und Kompromisse bedeutet. Er ist ein spezieller Typ mit ganz eigenen Bedürfnissen. Das kostet zwar Kraft, aber es kommt ja auch eine Menge zurück. Hin und wieder erntest du inzwischen auch Kommentare von deinen Freunden, weil sie dich weniger sehen. Alle wollen heute noch was trinken gehen. Aber du bleibst lieber seinetwegen zu Hause. Das macht dir überhaupt nichts aus. Du stehst jetzt auch häufig früh auf, um vor der Arbeit noch schnell etwas für euch zu erledigen und schläfst deswegen hin und wieder schon vor der Tagesschau auf der Couch ein. Aber man kann halt nicht alles haben.

#6 Ups & Downs.
Und dein Einsatz lohnt sich. Unglaublich! Ein Verlag ist an dich herangetreten, ob du nicht ein Buch über euch schreiben willst. Ein Buch! Du freust dir ein Beinchen ab! Das ist ein Ritterschlag, das große Ziel, der gewonnen Boss-Kampf am Ende des Levels. Die bist genau so euphorisiert wie zu dem Zeitpunkt, als ihr euch kennengelernt habt. Du fühlst dich energetisch und könntest Bäume ausreissen. Da steckst du auch locker weg, dass die Öffentlichkeit jetzt noch mehr über euch zwei weiß. Und dafür nicht nur positive Kommentare hat. Neider und Bekloppte gibt es immer, sagst du dir und schüttelst das ab. Nur manchmal liegst du nachts wach und grübelst darüber nach, warum dir Leute, die du überhaupt nicht kennst, so hässliche Sachen schreiben und wie weit das wohl noch gehen wird.

#7 Es ist nicht alles Gold.
Du arbeitest mehr als zuvor. Denn natürlich darf er, dein Job und deine Familie nicht unter der neuen Aufgabe leiden. Du stehst jeden Morgen sehr früh auf und bist an den Wochenenden in jeder freien Minute nur noch mit ihm und deinem Zusatzprojekt beschäftigt. Irgendwann nervt es dich, dass dein Horizont so eng geworden ist. Du wünscht dir mehr Luft für dich – aber das ist jetzt gerade nicht möglich. Dein Zeitplan ist eng und du musst kreativ sein. Du bist Verpflichtungen eingegangen – the show must go on. Du wünschst dir ziemlich oft, zwei Wochen einfach mal gar nichts zu tun. Die Seele baumeln zu lassen. Nicht planen und nichts denken. Am besten ohne ihn. Der Gedanke erschreckt dich. Das geht vorbei, sagst du dir. Es ist nur eine Phase. Dann wirfst du den Rechner an und checkst die Social-Media-Kanäle.

#8 Es ist kompliziert. Sehr. 
Wenn Du in letzter Zeit in Dich hineinhörst, ist da wenig Freude und eine Menge Leere. Du fühlst dich ausgehöhlt und ohne Inspiration. Und er ist dabei keine Hilfe, sondern belastet dich nur zusätzlich. Das hast du dir nie vorstellen können, dass es so weit kommen könnte. Er hat so viel Schönes und Überraschendes für dich bereitgehalten, aber zunehmend auch viele Herausforderungen und Probleme. Eure Beziehung wird auf der einen Seite immer komplexer und auf der anderen immer langweiliger. Deine Ansprüche für euch sind hoch, aber du brauchst immer länger, um sie umzusetzen. Die Leichtigkeit hat sich heimlich, still und leise vom Acker gemacht. Und was ihr gemeinsam macht, stellt dich schon länger nicht mehr zufrieden. Es wirkt auf dich krampfhaft und falsch. Du hast das Gefühl, eine Rolle zu erfüllen, die mit deinen wirklichen Bedürfnissen nicht mehr viel zu tun hat. Hin und wieder fragst Du dich heimlich, wie lange du das durchhalten kannst.

#9 Schwanengesang.
Du trägst dich seit Wochen mit dem Gedanken. Aber er scheint ungeheuerlich. Ich kann nicht mehr, denkst du. Er frisst mich auf. Er beansprucht meine ganze Gedankenwelt und Zeit und er gibt mir nichts Freudvolles zurück. Ihr habt in der letzten Zeit nicht mehr besonders viel miteinander gemacht – irgendwie nur das Nötigste. Weil es sich ja irgendwie gehört, dass man was macht. Aber alles ist dabei trotzdem eng geworden, du fühlst dich nur noch unter Druck. Das, was dich am Anfang so fasziniert hat und dir unendliche Möglichkeiten zu bieten schien, hat sich ins Gegenteil verkehrt. Ich muss mich von ihm trennen, denkst du. Ich muss weg von ihm. Aber kann man wirklich wegwerfen, was mach sich über so lange Zeit zusammen erarbeitet hat? Darf man das? Und was werden die anderen dazu sagen? Du bist traurig und schläfst schlecht.

#10 Das Aus.
Du stehst auf und setzt dich an den Rechner. Es muss sein. Du fängst an zu schreiben. Und während du es tust, merkst du, wie der Druck von dir abfällt. Du hast entschieden: Ihr seid nicht mehr zusammen. Und du sagst es jetzt. „Es war eine wunderbare Zeit. Danke für alles und den gemeinsamen Weg. Aber jetzt muss ich etwas anderes machen.” Du ziehst dir die Jacke an und gehst nach draussen an die Luft. Der Wind weht dir um die Nase. Und du denkst, dass du jetzt einen Kaffe bei deinem Liebglings-Kaffehöker trinken wirst. Ganz allein. In Ruhe. Nur für dich. Das fühlt sich gut und richtig an.

Ein neuer Abschnitt hat für dich angefangen. Ohne deinen Blog.

 

#BlogThinkTank „Blogtrennung”

So, jetzt will ich es wissen: Ist das ganze ein Thema für dich? Bist du Blogger und erkennst dich direkt in einer der Phasen wieder? Hast du dich von deinem Blog eventuell schon getrennt oder spielst seit längerem (heimlich) mit dem Gedanken? Ist das ganze ein unvermeidbarer Prozess oder kennst du hilfreiche Strategien, bei einer Blog-Beziehung nicht in die Trennungsfalle zu tappen? Siehst du andere Gründe, warum Blogger knall auf fall aufhören? Oder hältst Du das alles für Quatsch und glaubst, die Leutchen sollten mal wieder runterkommen – es ist ja nur ein Blog? 

Ich bin total gespannt auf ganz viele Meinungen, Sichtweisen und Inspiration! Lasst uns ThinkTanken: 

Wenn du bereits darüber geschrieben hast, jetzt einen Post zu diesem Thema veröffentlichen willst oder einen spannenden Artikel dazu kennst, lass unbedingt den Link hier:


Du kannst auch einfach einen Kommentar hinterlassen oder in den Socials den Hashtag #BlogThinkTank verwenden. Ich freu mich drauf!

#BlogThinkTank – eine Sache der Kommunikation.

40 Comments

  • Natürlich hat man als Blogger dieses Gedanken. Ich sogar mehrmals, was dann zur Schliessung der Blogs führte. Irgendwann musste ich dann aber doch wieder einen haben, weil mir das schreiben fehlte.
    Momentan langweilt mich zum Bsp. mein Anbieter. Ich denke über einen Blogwechsel nach – auch eine Möglichkeit etwas zu verändern.

    Manchmal reicht es halt einfach, die Gewürze in der Suppe zu ändern, um wieder auf den Geschmack zu kommen.

    Beste Grüsse
    Susi

  • Ich finde, wenn man sich von dem Druck befreit, in gewissen regelmäßigen Abständen einen Beitrag veröffentlichen zu müssen, ist das Bloggerleben ein deutliches Stück einfacher. Ich war noch nie der Typ, der 2-3 Beiträge pro Woche gepostet hat. Klar, mal kamen vielleicht zwei in einer Woche, aber dann gab es auch wieder Zeiten, wo mal zwei Monate lang garnichts auf dem Blog passierte. Da hatte ich schlicht und einfach keine Lust und die Freiheit nehme ich mir dann auch. Es ist ja schließlich auch mein Blog und da bestimme ich die Frequenz.

    Das sieht natürlich bei Leuten, die von ihrem Blog (teilweise) Leben etwas anders aus. Da gibt es diverse Verpflichtungen und Erwartungen die es zu erfüllen geht, aber ich als Hobbyblogger, habe das einfach nicht, bzw nicht in dem Ausmaß.

    In mittlerweile über 6 Jahren habe ich ehrlich gesagt noch nie ernsthaft über das Aufhören nachgedacht. Ich gönnte mir lieber mal eine Pause oder brachte mit ein paar Änderungen (zB neues Blog Design) frischen Wind in den „Blogger-Alltag“.

    Natürlich treffen viele Punkte von oben größtenteils auch auf mich zu, dennoch ist Aufhören keine Option. Dazu mag ich mein Hobby (meinen Blog) viel zu sehr.

  • Super geschrieben! Ein bisschen überzeichnet, sehr lustig und mit hohem WIedererkennungsfaktor. Ich stehe gerade zwischen Punkt 6 und 7, mit dem Unterschied, das ich beschlossen habe, das es MEIN Blog ist und ich die Regeln bestimme. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Ich habe noch so viele Ideen und Pläne, aber das reale Leben will ja auch gelebt werden! Also nicht vergessen: Nicht hinschmeißen, sondern Fuß vom Gas.
    Es grüßt die Billa aus ihrer Welt

    • Jau! Billa, das klingt super. Ich glaube, ohne das reale Leben und Einflüsse von außen kommt auch einfach nichts mehr aus einem raus. Kein Input + viel Output = Vakuum. Hast Du mal längere Pausen gemacht?

  • Liebe Mel,
    zunächst hoffe ich, dass dieses Posting nur aus Beobachtungen heraus entstanden ist und nicht weil Du Dich evtl. selbst mit diesen Gedanken trägst. Das fände ich recht tragisch für mich, denn Du warst eigentlich der Grund warum ich mich verliebt habe ins Bloggen. Du bist quasi mein Verkuppler, der meinen Blog und mich zusammengeführt hat. Uns gibt es nun seit einem Jahr und ich bin auf Deiner Liste erst bei #3 Outing angekommen und bin voller Elan und Motivation weil ich mir denke wir könnten ein super Paar werden bis ans Ende des Internets. Sicherlich weiß ich auch, dass selbst ich, so klein und unbedeutend ich bin, Phasen habe wo es zuviel wird, aber es macht trotzdem Spaß, denn es erfüllt mich. Im echten Leben konnte ich Beruf und Berufung nicht zusammenführen aber mein Blog und ich sind ein gutes Team, um mein eigentlich kreatives Wesen in einem eher nüchternen Job nicht verkümmern zu lassen. Deswegen wünsche ich mir, dass ich nie bei #AUS ankomme. Und Du hoffentlich auch nicht! <3
    Liebe Grüße,
    Sibel

    • Hallo Sibel, ich bleib da ;-) Für mich war der Blog in schwierigen Jobphasen und Zeiten mit viel Hassel auch immer etwas, an dem ich mich festhalten konnte. Mein Jodeldiplom – da hat man was eigenen, ne. Inzwischen kenne ich natürlich auch hin und wieder Leistungsdruck und Stress. Ich wünsche uns aber, das es ganz lange toll bleibt. Und für den anderen Fall hören wir uns jetzt einfach mal an, wie die anderen das so wuppen.

  • Liebe Mel,

    eine tolle Auflistung. Und ja, du hast recht.. ich kann jeden einzelnen Punkt nachvollziehen, hatte eine Zeitlang selbst gegrübelt den Blog aufzugeben, einfach weil soviel andere Dinge im Leben Priorität hatten.
    Aber den Schritt gehen,… nein.. noch nicht.
    Vielmehr habe ich mich vom „Zwang“ des Blogs befreit. Schreibe nur noch Beiträge wenn es die Zeit und Kreativität erlauben. Dann kann es schon mal vorkommen, dass es mal 14 Tage still ist auf dem Blog. Aber das macht nichts, lieber ein qualitativer Beitrag als jeden Tag schlechte Fotos, miese Texte oder anderer Nonsense.
    Vielmehr fordert mich mein Blog dadurch mehr. Ich überlege mir wie ich MICH und meinen Alltag, meine Gedanken die mich auch ausserhalb beschäftigen am besten mit hineinpacken kann. Da kommen dann doch recht spannende Sachen dabei raus. Und dann schreibe ich eben über Selbstperfektionierung und Schreibblockaden UND poste ein Rezept dazu. Warum auch nicht?

    Ich denke, und das können einige andere guten Blogger mit Sicherheit bestätigen, weniger ist mehr.. befreien wir uns vom Zwang des Bloggens und genießen auch mal fröhliche Abende in geselliger Kochrunde OHNE auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden jetzt die Kamera zu holen und einen Blogbeitrag zu schreiben.
    Das entlastet doch sehr… oder?

    Viele Grüße,
    Claudia

    • Claudia, das habe ich jetzt schon ein paar Mal gehört: „Sich vom inneren Zwang befreien”. Das klingt super! Aber hast Du eine Idee, wie man das am besten umsetzt? Es ist ja nicht so, als würde man mit dem Rauchen aufhören – man will ja schon noch mal bloggen. Wie war das bei Dir?

    • Hm.. ich glaube das funktioniert so ähnlich wie mit dem Fotos machen im Urlaub. Wenn man ein klein wenig was an seiner inneren Einstellung ändert und sich sagt, hey.. ich genieße einfach mal den Moment, anstatt den moment in 100 Fotos einzufangen OHNE überhaupt die Atmosphäre zu genießen (btw. schaut man sich die 100 Urlaubsfotos eh nie wieder an oO und hat mehr davon wenn man die Situation genießt), dann ist man auf dem besten Weg. Funktioniert genauso, wenn man mal mit Freunden essen ist. Einfach den Moment und die Gesellschaft genießen, denn die kannst du auf einem Blog nur schwer rüberbringen. Klar ergeben sich aus solchen Abenden vielleicht auch tolle Ideen, Inspirationen.. die schreibe ich auf.. und wenn mir danach ist, das Gefühl nochmal wachzurufen.. dann blogge ich das auch.
      Es soll ja kein Verzicht im klassichen Sinne sein.. vielmehr eine Eroberung der eigenen Freiheit.. auch mal Nein sagen zu können – auch zu seinen Inneren Zwängen, weil man doch ganz genau weiß, dass es manchmal nuneben besser ist Sachen für sich zu genießen und nicht mit der halben Welt zu teilen.

  • Also bis vor ein paar Wochen befand ich mich irgendwo zwischen #5 und #6. Es gibt immer mehr Angebote für Kooperationen und die Arbeit reisst nicht ab.
    Und dann kam mein Loch. Irgendwie hat es keinen Spaß mehr gemacht. Zuviele Leute wollten Einfluss darauf nehmen, wie ich blogge und ich wollte dem allem gerecht werden. Wie wickle ich meine Kooperationen ab? Wann poste ich? Was ist gerade aktuell? Und von heute auf morgen hab ich nur noch das nötigste gemacht.
    Aktuell entdecke ich das Bloggen wieder für mich. Ganz neu. Selber Blog – andere Einstellung. Ich gehe jetzt meinen Weg. Wickle jetzt meine Kooperationen so ab, wie ich das möchte – natürlich rechtlich immer auf der sicheren Seite – und lasse die Blogstatistik Blogststatistik sein. Und wenn da auch nur ein Leser täglich vorbei kommen würde – ich würde ihm persönlich meine Beiträge widmen.
    Ich hab meine Leidenschaft wieder. Seit 3-4 Wochen haue ich jede Woche voller Leichtigkeit 2-3 Artikel raus. Und ich liebe es.
    Ich hab mir selbst wieder klar gemacht, warum und für wenn ich das mache: Weil ich es liebe zu backen und das ganz für mich alleine!

    Süße Grüße,
    Jessi

    • Jessi, das klingt super! Du hast also den Stress rausgenommen und schaust nicht mehr jede drei Minuten auf die Blogstatistik – checkst Du überhaupt noch die Zahlen oder gar nicht mehr? Und was machst Du jetzt bei Koops anders als vorher?

    • Ich habe meine Zahlen im Blick, aber sie sind von mich einfach nicht mehr so von Interesse.
      Für Kooperationen gibt es ja ein paar ethische und rechtliche Grundlagen – das sind auch die einzigen Faktoren, die ich zur Bewertung – natürlich neben dem Faktor, ob die Koop mir überhaupt gefällt – zulasse. Ich diskutiere nicht mehr alles so lange durch bis ich keine Lust mehr darauf habe, was eben auch bedeutet, dass ich nicht mehr in so vielen Facebookgruppen aktiv bin. Die vielen Diskussionen, die manchmal auch völlig den Bezug zum Thema verlieren, kosten mich Kraft, die ich nun lieber wieder in meinen Blog stecke.

  • ich betreibe diverse Blogs, alle komplett werbefrei und nicht kommerziell. Immer wieder bin ich erstaunt, dass die „plumpen“ Themen (TV, Politik, Gesellschaft) irre Zugriffe verzeichnen, während Postings, in die ich viel Arbeit steckte (Rezepte etc) unter „ferner liefen“ laufen. Ehrlich gesagt schwächelt meine Motivation mittlerweile.

    • Tobias, das ist total nachzuvollziehen, dass wir unsere Arbeit anerkannt sehen wollen (das geht mir auf jeden Fall auch so). Und je mehr Arbeit, desto mehr Anerkennung – das wäre schon cool ;-) Aber wäre es dann eine Option für Dich, nur noch über die nicht so arbeitsintensiven Dinge zu bloggen? Würde die Motivation dann nicht so strapaziert?

  • Toller Artikel! <3 Ich glaube, viele machen sich selbst zu viel Druck. Bei mir ist es ähnlich wie bei dir, dass das Blog was ist, was Ausgleich ist zum Rest. Daher werde ich auch einen Teufel tun und damit aufhören. Andererseits habe ich aber auch so Phasen wie jetzt, wo einfach zeitlich nicht viel drin ist, weil fette Projekte laufen. Dann poste ich eben weniger – es wird sich auch wieder ändern. Wobei ich zugeben muss, ich hatte zwischendurch zum ersten Mal in meinem Leben so was wie Entzugserscheinungen. Das war schon krass.

    Aufhören kommt für mich jedenfalls nicht in Frage. Aber es muss natürlich jeder für sich selbst abwägen, ob er die (in unserem Bereich doch sehr zeitintensive) Beziehungskiste weiterführen möchte. Wenn man gar keinen Bock mehr hat, bringt's auch nichts. Das merkt der Leser und wird dann ebenfalls nicht mehr wiederkommen.

  • Der Tag an dem mir das Bloggen keinen Spaß mehr macht, der muss erst noch kommen. Ich ENTspanne eher dabei. Allerdings habe ich dieses Jahr meinen Output im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich reduziert (und blogge immer noch verdammt viel ;)) und Kooperationen fast gänzlich zurückgefahren. Mir geht es damit sehr gut, aber das kann natürlich keine Blaupause sein…

    • Herzlichen Glückwunsch, Fee ;-) Was hat sich genau geändert, seit Du die Koops zurückgefahren hast? Erzähl!

    • Nun ja, ich hatte meistens am Ende das Gefühl mich ein wenig zu verkaufen. Was aber sicher auch an den Kooperationen lag, die ich gemacht habe und nicht an dem Thema an sich. Aber so ein Kooperationspost stresst natürlich viel mehr als einer, den man aus eigenem Antrieb schreibt. Da muss man nur vor sich selbst gerade stehen und für mich zu schreiben fällt mir leicht. Ich habe lieber mehr Freude und etwas weniger Geld als umgekehrt ;)!

  • Mir ging es mit meinem alten Blog so. Ich wollte nicht nur noch auf meine Nische beschränkt sein und hab dann beschlossen, noch mal komplett von vorne anzufangen. Das war gut und jetzt macht es mir wieder richtig Spaß und ich lebe das „mein Blog, meine Party“ aus :-)

  • Ich habe mich gerade getrennt, und es tat gut ;) Endlich habe ich viel mehr Zeit für andere Dinge. Aber ich habe mit meinem Blog ja auch kein Geld verdient oder war damit erfolgreich. Vielleicht wäre ich geblieben, wenn es anders wäre, wer weiß.

  • Wow, ich bin völlig geplättet wieviele andere Blogger auch schon solche „bösen“ Gedanken hatten. Ich bin nicht alleine ;-)
    Ich hatte im Frühjahr eine Familiengeschichte, die mich etwas aus der Bahn geworfen hat und seitdem komme ich nicht mehr in meinen alten Beitragsrythmus, aber inzwischen sehe ich es wie Jens und sehe es entspannter, wenn ich mal längere Schreibpausen habe. Es ist und bleibt eben ein/mein Hobby. LG Ines

  • Hallo Mel!
    Irgendwie beruhigend, dass man in der Bloggerwelt nicht allein mit solchen Gedanken ist! Bei mir und meinem Blog ist gerade ganz arg die Luft raus. Gefühlt befinden wir uns in Phase 8-9. Um entspannt zu bloggen, muss man vermutlich in erster Linie die hohen Erwartungen an sich selber und an die Leser einfach loslassen. Und wenn man das Gefühl bekommt, dass es in Stress ausartet, geht die Freude verloren. Ein Teufelskreis! Ich weiß noch nicht, wie ich weitermache. Wahrscheinlich mal diese Phase abwarten. Irgendwie ganz ohne „ihn“ kann ich mir mein Leben ja auch nicht mehr vorstellen ;-)
    Liebe Grüße, Renate

  • Huhu,

    sehr schöner Beitrag, ich glaube ich hab so gut wie alle Phasen durch, konnte mich nur am Ende nicht zum letzten Schritt durchringen und den Blog schließen.
    Dabei habe ich schon vor den Anfängen lange mit mir gerungen, ob ich den Schritt überhaupt zu einem Blog gehen soll… nach einigen Monaten hab ich mich dann doch dazu entschlossen. Ich mochte den Gedanken, an das Gemeinsame zwischen den Bloggern, teilweise denke ich, dass der Gedanke hier und da in den letzten Jahren leider etwas verloren gegangen ist…
    Ich muss gestehen, mit der Wahl des Namens meines Blogs bin ich immer noch nicht zufrieden.. aber mir will auch nichts besseres einfallen… vielleicht liegt es auch daran, dass ich oft denke, es ergibt keinen Sinn und ich mag nicht mehr..
    Am Anfang dachte ich noch, „mir gehört die Welt“ und ich konnte wirklich kaum noch an etwas anderes denken, alles wurde geknipst, jedes Gericht schien mir wichtig. Ich dachte es würde alle interessieren. „Kochen“ war einfach mein Ding. Jeden Tag müsste ein Beitrag erscheinen, das wollen alle sehen, am Ende wollte ich es sicherlich nur mir beweisen, dass ich es wirklich schaffen kann, jeden Tag etwas zu bloggen. Warum auch immer, ich hab zwischendurch sogar daran gedacht, einige Beiträge zu löschen, einfach weil ich sie für mich nicht mehr passend finde.. und weil mich die Menge erschlagen hat… aber ich hab es noch nicht getan, alle 697 Beiträge, die ich bis zum heutigen Tag verfasst habe, gehören doch einfach zu mir…

    Nach einiger Zeit hab ich mich einfach auch von alle diese „Zwängen“ befreit, von denen hier alle sprechen:

    – ich muss nicht jeden Tag bloggen,
    – ich muss nicht über alles die Kamera halten
    – ich muss nicht das 1000ste Rezept von irgendwas veröffentlichen
    – ich muss niemanden etwas beweisen, am wenigsten mir selbst
    – es ist total in Ordnung, nicht jeden Tag auf dem Blog vorbeizuschauen

    Ich schaue nicht mehr nach meine Besucherzahlen, gut ich sehe sie eh, wenn ich den Blog öffne, ich schaue drüber und freue mich, dass hier und da ein Beitrag gut ankommt. Ich freue mich über jedes Kommentar, auch wenn sie oft so banal sind.
    Und vor allem, das wichtigste: mein Blog, das bin ich, es geht nur um mich, er muss niemanden gefallen, wer mitlesen will, darf das gerne tun und sich mit mir an den Beiträgen erfreuen, ich freue mich über jeden Follower. Das wird alles immer privat bleiben und nicht kommerziell werden, ich will nicht der 100ste Blogger sein, der etwas verlost etc.

    Ich finde, es ist wichtig es einfach etwas gelassener angehen zu lassen… und sich bewusst zu werden, was will ich erreichen und was ist wirklich sinnvoll.

    Liebe Grüße
    Stephi

  • Hallo Mel,
    jetzt noch mal ausführlich. Beim Lesen Deines Posts musste ich einige Male grinsen und nicken … Ich blogge seit März 2012 – (meistens) mit großem Spaß. Durch einen Jobwechsel wurde zwar die Zeit knapper, aber die Lust am Fotografieren, Backen und Kochen und vor allem am Teilen blieb. Bis zu diesem Sommer. An den Wochenenden, an denen ich die Posts hauptsächlich vorbereite, wollte ich lieber raus gehen, Freunde treffen oder einfach nur faul in der Sonne liegen. Dann war da der Gedanke: Aber Du musst noch schreiben. Plötzlich war da ein nie gekannter Druck und die Idee, eine Pause einzulegen. Kündige ich diese an? Ne, wieso? Ich kann doch machen, was ich will. Mein Blog, meine Regeln. Aber der Druck blieb, bis ich wirklich ernsthaft darüber nachdachte, aufzuhören.
    Nach dem Schwanengesang folgte allerdings nicht das Aus. Im Gegenteil. Ich habe Gedanken gewälzt – Kann ich überhaupt einfach so aufhören? Ohne Blog weitermachen? Will ich das? Was hat mir das Bloggen gebracht?
    In den letzten 32 Monaten habe ich wunderbare Kommentare bekommen – von „Fremden“, großartige Menschen kennengelernt online und offline, freue mich jeden Tag auf’s Neue über jedes Like, jeden Follower, über Überraschungspost, über nette Kontakte, den guten Austausch unter den Bloggern, die Konzerte in meinem Wohnzimmer, die es ohne die Bloggerei auch nicht gegeben hätte. Das möchte ich alles nicht missen.
    Der Stress ist hausgemacht. Mir schreibt niemand vor, daß ich drei Mal pro Woche posten muß. Wenn es paßt, dann paßt es, wenn nicht, dann ist das eben so. Mir hat es geholfen, an die schönen Dinge zu denken, die ich mit dem Bloggen verbinde. Ich schreibe doch über die Dinge, die mir am Herzen liegen. Nicht über die, die mir egal sind oder die, die mir nicht gefallen. Ich kann entscheiden, wann ich mit wem zusammen arbeite. Manchmal muß ich noch mal tief durchatmen, um nicht ins alte Streßmuster zu rutschen, aber irgendwie funktioniert das.
    Die Emotionen und die Leidenschaft, die bei der Blogst wieder zu spüren waren, haben mich in meinem Beschluß noch bestärkt: Mein Blog – meine Party. Und hier wird die Musik noch nicht ausgemacht. Nur ab und an ein wenig leiser …
    Liebe Grüße
    Nike

  • Ich denke, wenn man dabei bleibt den Blog als Spaß zu sehen und nicht als Zwangsveranstaltung dann muss man sich nicht zwingend trennen…einfach mal eine Blogpause wenn man gerade keine Lust hat zu bloggen und kein schlechtes Gewissen… weil uuuhhh heute hab ich noch gar nichts gebloggt… schließlich habe ich noch ein Leben 1.0 – einen Job und zwei Kinder und einen Mann…. Gut – ich gehe auch bewusst keine Kooperationen ein – ich blogge nicht über gesundes Essen und mache dann Werbung für Tütensuppen – denn auch das bringst Stress (Will ich diesen Post überhaupt schreiben??). – Mein Blog ist mein öffentliches Tagebuch – solange ich Lust habe, schreibe ich und wenn ich mal keine Lust habe, dann lasse ich es. LG

  • Es ist nur ein Blog :)
    Spaß hat’s gemacht, vieles wurde gesagt, wiederholen möchte ich mich nicht, andere Mütter haben auch schöne Kinder, und letztendlich bloggen wir Blogger ja eh hauptsächlich für andere Blogger.
    Das Medium an sich ist für meine Zwecke nicht so gut geeignet und fühlt sich für mich mittlerweile wie reine Selbstdarstellung an.
    Aber ich nenne es nicht „aufhören“ oder „Pause“;
    ich hab nur grad nichts zu sagen :)

  • Ich habe mich auch schon zwischen #7 und #8 gefühlt. Aber das ist nach einer langen Zeit sicherlich normal!
    Ich will auch viel, manchmal zu viel. Ich weiß aber inzwischen, dass ich nicht MUSS. Den Gedanken mehr mit meinem Blog zu verdienen hatte ich auch. Der Gedanke zu müssen um Geld zu verdienen war mir aber zuwider. Ich möchte nicht bloggen müssen. Und deshalb ist es schön zu sagen, jetzt nicht. Ich kann nicht, ich habe keine Zeit, ich habe ein Leben!
    Ich finde es besser das Abendessen zu genießen ohne Fotos zu machen. Treffen mit anderen Bloggern genießen ohne ständig zu fotografieren oder zu twittern. Ja ich möchte in Kontakt bleiben mit anderen, aber nicht um jeden Preis.
    Als ich einen neuen Job letztes Jahr angefangen habe und sich viel verändert hat, habe ich über 2 Monate nicht gebloggt. Ich hatte einfach besseres zu tun. Und es war ok.
    Deshalb weiß ich auch, dass ich auch ohne den Blog klar kommen würde. Wahrscheinlich würde es mir gar nicht so sehr fehlen. Fehlen würde mir wahrscheinlich die Kontakte mit anderen lieben Menschen. Man würde keine neuen Leute mehr kennen lernen, die richtig toll sind. Das wäre schade. Und das Feedback, das man gerade etwas tolles gepostet hat pusht natürlich auch ungemein. Es ist eben ein Teil von mir!

    Ich verstehe aber (die großen erfolgreichen oder alle anderen,die man nur nicht so kennt) Blogger auch, wenn sie auf einmal aufhören! Ich kenne ein paar Beispiele, die zwar nicht offiziel aufgehört haben, aber es passiert nur noch wenig bzw. gar nichts mehr auf den Blogs. Sie haben inzwischen eine Familie, vielleicht ein Buch geschrieben, mehr Bücher sollen folgen. Sie haben angefangen mit dem Bloggen, inzwischen ist daraus aber ein anderes Geschäftsfeld entstanden, z.b. professionell fotografieren oder Bücher schreiben oder oder …. Und das ist ihre neue Leidenschaft! Und wie soll man da nebenbei noch bloggen? Und warum? Für viele ist bloggen eine Leidenschaft, aber wenn man eine neue gefunden hat, dann ist beim Bloggen halt die Luft raus. Und dann würde ich auch aufhören!

    Liebe Grüße
    Lena

  • Wow, so ein toller Post! Zwar habe ich noch nie daran gedacht, meinen Blog aufzugeben, dennoch kommen mir viele Gedanken oben bekannt vor.

    Meine Erfahrung ist auch, dass der Druck bei mir besonders mit einer steigenden Zahl von Kooperationen wächst. Plötzlich blogst du nicht mehr für dich selbst, sondern willst es unbedingt auch anderen Recht machen. Den Kooperationspartnern auf die du große Lust hast, aber auch den Lesern, die teils nicht so auf „Werbung“ stehen. Zusätzlich setzt es mich unter Druck, immer mehr Social-Media Kanäle füttern zu wollen/müssen. Inzwischen verbringe ich ziemlich viel Zeit mit diesem formalen „Drumherum“, das erledigt werden will – besonders um die Weihnachtszeit häufen sich die Aktionen und Events.

    Bei der Stange hält mich aber nach wie vor, dass man einfach so viel zurückbekommt, so viel Freude und positives Feedback.

    Sobald nächste Woche meine letzte Examensklausur geschrieben ist, möchte ich noch mal genauer über mein Zeitmanagement nachdenken. Wie viel Zeit muss und darf der Blog am Tag einnehmen und wann. Das sind für mich sehr wichtige Überlegungen, damit mein Privatleben nicht zu kurz kommt. Ähm. Und dann mein Job – der ist natürlich auch noch ein wenig wichtig ;) !

    Danke für die Inspiration – schön, zu hören, dass ich nicht die einzige mit solchen Gedanken bin!

  • Nun, die Phase der Unlust des Bloggens und dem Wunsch alles hinzuschmeißen kennt wohl jeder. Aber muss man das groß Ankündigen, um dann doch nach einiger Zeit wieder anzufangen? Mir fallen da gleich zwei Beispiele ein. In der Bloglandschaft gibt es immer wieder Blogs, die auf immer und ewig verschwinden, andere fangen wieder an, bloggen erst wieder regelmäßig, dann wieder nicht …
    Gründe für Blogfrust kann es viele geben, vor allem Schwerpunktveränderungen außerhalb des Blogs. Und das Leben außerhalb des Blogs ist doch sehr viel wichtiger, so lange das Blog nicht die Geldquelle ist. Aber das ist glaube ich bei den wenigsten der Fall. Nach fast 10 Jahren des Bloggen gibt es Küchenlatein immer noch, die Schwerpunkte veränderten sich, ich habe mich verändert, mein berufliches und privates Leben: Ich bestimme die Frequenz und das Tempo, das Blog solte ich nicht so wichtig nehmen, ernsthaft. Kann auch sein, dass es eine lange Pause gibt, ich lasse mich da überraschen.

  • Ich kann total verstehen, dass Menschen sich weiterentwickeln und manchmal auch die Zeit nicht reicht, um weiter zu schreiben. Und dann finde ich es besser aufzuhören als nicht mit dem Herzen dabei zu sein. Aber wer weiß vielleicht sind das auch nur längere Pausen oder Zeichen, dass der Blog sich in die gleiche Richtung mitentwickelt. Aber das ist ja gerade das schöne am Bloggen und der Grund, weshalb man eine persönliche Geschichte liest und keine Zeitschrift. Man identifiziert sich mit einer echten Person und diese Person wird sich weiterentwicheln und ihre eigenen Entscheidungen treffen.
    Ich persönlich bin allerdings noch in Phase 1 und gespannt darauf wie es mit mir weitergeht :)

  • Ich nenne das Bloggen allgemein *Phase* – mal intensiver, dann weniger. Vielleicht ebbt die Inspiration dafür auch irgendwann ganz ab… Aber essen muß man ja weiterhin…. Und hey, es ist nur ein Blog. Allerdings werden die Kooperationsanfragen immer interessanter. Warum nicht irgendann in anderem Format weiterkochen,-fotographieren,-schreiben… eben auch wie viele andere. Und wie diese den Blog auf Sparflamme weiterlaufen lassen? Ist eine Option. Von vielen… Gut nachgespürt, Mel, ich habe ebenso die Antworten/ Reaktionen mit Interesse gelesen!

  • Huhu liebe Mel,
    sehr schön geschrieben *lach* und für einige sicher Realität. Ich selbst besitze seit über 2 1/2 Jahren einen Bücherblog. Oft habe ich auch dort fest gestellt das Blogger das schreiben auf gegeben haben weil sie dem Druck nicht mehr stand gehalten haben. Allerdings haben sie sich diesen eben auch selbst gemacht. Wir sind es ja die entscheiden wie viel Zeit und Lust wir investieren.

    Natürlich will man ganz toll und beliebt und viel gesehen sein. Aber was nicht geht, geht nicht. Neben meiner Arbeit und anderen Freizeitaktivitäten habe ich im persönlichen nicht mehr ganz so viel Zeit, ich schaffe keine 15-20 Bücher im Monat, lehne auch mal Bücher ab die mir gar nicht gefallen oder teile den Autoren oder Verlagen mit das es dauern kann und das ist in den meisten Fällen auch immer ok und es wird viel Verständnis gezeigt : )

    Aber auch wir Blogger zeigen untereinander Verständnis, wenn es jemandem so geht versuchen wir denjenigen moralisch zu unterstützen und das klappt auch dann ab und zu : ) Einige kehren dann zurück und versuchen eine Stufe zurück zu fahren.

    Daher finde ich deinen Beitrag nicht nur interessant sondern eigentlich auch recht wichtig, denn vielleicht hilft es einigen zu erkennen was mit ihnen passiert bevor sie völlig fertig sind, das würde ich mir zumindest wünschen : )

    Eine Freundin von mir spielt auch mit dem Gedanken in die Blogger Welt ein zu tauchen, auch sie kocht und backt unheimlich gerne möchte aber auch über anderen Dinge schreiben. Ich werde sie da so gut es geht unterstützen, ein Grund warum ich hier rumwusel ^^

    Sooo genug geschwätzt
    ich wünsche eine besinnliche Vorweihnachtszeit ^^
    Liebe Grüße
    Romi

  • „Trotz jahrelanger Arbeit, großer Bekanntheit, vieler Lesern, eigener Büchern und überhaupt allem, was man sich als Blogger so wünschen kann.“

    Vielleicht nicht „trotz“, sondern gerade „weil“.
    Zunehmende Kommerzialisierung bedingt eben auch die zunehmende Notwendigkeit, zwingend abzuliefern. Und dass da der Spass, die Leichtigkeit und oft auch die Kreativität schnell auf der Strecke bleiben, das kann ich gut nachvollziehen. Es ist ein schmaler Grad und nicht jeder ist dem gewachsen…
    Muss man aber vermutlich auch einfach ausprobieren, was das mit einem macht.
    Ich habe mich ziemlich rasch dagegen entschieden, diesen Balanceakt überhaupt zu versuchen, auch wenn die Verlockung oft groß war und auch manchmal noch ist. Aber immerhin mussten mein Blog und ich in den letzten fünf Jahren noch keine tieferen Krisen bewältigen ;-)
    LG Tina

  • Super Artikel. Ja, ich erkenne mich wieder, in verschiedenen Phasen gleichzeitig, teilweise haargenau. Und teilweise gar nicht: Ich denke nicht ans Aufhören. Wahrscheinlich, weil ich diese extreme Hochphase, die Anfangsverliebtheit, nicht hatte und mich daher auch nie aufgerieben habe (jedenfalls nicht speziell für mein Reisetageblog, als Freiberufler insgesamt schon eher :-)

    Mein Blog läuft seit Jahren „nebenher“ – es macht Spaß, auch Arbeit, aber ich habe nie etwas Wichtigeres hintenangestellt. Wahrscheinlich gehöre ich deshalb auch nicht zu den Super-Top-Blogs mit den allerhöchsten Zugriffszahlen :-) Aber dafür fühle ich mich davon auch nicht ausgelaugt.

    Mein Blog und ich – das ist eher eine alte Freundschaft als eine plötzliche Verknalltheit mit Riesenstrohfeuer. Manchmal melde ich mich lange nicht, und dann ist es wieder so, als hätten wir uns gestern erst gesehen.

  • Vielen Dank für diese Gedanken, Mel! Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, mit dem Bloggen aufzuhören. Nach diesem Bericht erscheint es mir nicht mehr ganz so abwegig, gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich an dem Punkt noch nicht angekommen bin. Mir hat dein Beitrag (und auch die vielen interessanten Kommentare hier) aber einmal mehr die Augen geöffnet, dass ich Zahlen, Likes, (viel zu seltene) Kommentaren etc. weniger Aufmerksamkeit schenken sollte. Mein Blog sollte ursprünglich so etwas wie ein Kochtagebuch sein. Dass ich nun in die „Foodblogger-Community“ eingetaucht bin, macht zwar Spaß, aber der damit verbundene Ehrgeiz, auch so gut wie andere Foodblogger zu werden (sei es Fotos, Blog-Design, Aktivität, etc.) ist eigentlich Quatsch. Nun gut. Dann arbeite ich also jetzt mal daran, back to the roots :-)
    Viele Grüße
    Julia

  • Herrlich beschrieben – sehr ähnlich ging es mir auch mit meinem ersten Versuch, einen Laufblog zu schreiben. Er machte mehr und mehr Spaß, kam auch auf einem Sportportal prima an. Ich war so bekloppt, dass sogar einen Marathon vor allem gelaufen bin, um darüber zu bloggen. Und danach war die Luft von einem Tag zum anderen plötzlich raus. Jahre später habe ich mit dem gleichen Thema, aber einem völlig neuen Konzept wieder den Faden aufgenommen. Man muss halt für einen Blog nicht nur Tempo bolzen können, sondern braucht vor allem eine gute Grundkondition!

  • Hi,

    ich persönlich stehe ja noch ganz am Anfang meines Blogs. Ich bin gerade in die Outing-Phase gekommen und unglaublich stolz darauf. Meine Umgebung ist jedoch recht zwiegespalten. Vorallem mein Partner ist engstirnig und erklärt mir, wie blöd ich und mein Blog doch bitte wären.

    Aber ich bin ehrlich: Das ist ja nur sein Problem und nicht meines, dass er meinen Blog überflüssig findet. ich kann gut damit leben, wenn er mich nicht unterstützt. Dafür bin ich emanzipiert und erwachsen genug ;) (eigentlich stört es ihn nur, weil er in meiner Auflistung im Hello-Button als letztes kommt – aber hey – das Beste kommt zum Schluss?)

    Für mich war es ein lange gehegter Schritt, bis ich mich endlich zu meinem eigenen Blog durchgerungen habe. Immerhin hab ich da mal 3 Jahre gebraucht um mich zu überwinden.

    Vorher war ich immer nur als stiller Leser in der Blogospähre unterwegs. Aber ich hatte Ideen! Gedanken, wie ich mir selbst die Welt gestalten würde. Wie ich den Blog als meine Stimme nutzen könnte. Wie ich jemanden inspirieren könnte…

    Schlussendlich war dies dann auch meine Motivation endlich einen Blog aufzusetzen und meinen gedanken Ausdruck zu verleihen. Jemanden inspirieren! Das ich verantwortlich dafür bin, dass jemand anderes meinetwegen weitergemacht hat und etwas erschaffen hat. Und wenn es noch so klein ist… Egal!

    Schon allein der Gedanke daran macht mich jetzt schon unglaublich stolz. Noch weiß ich, dass es derzeit noch nicht soweit ist. Noch bin ich zu klein und unbedeutend um jemanden diese Inspiration liefern zu können, die ich ihm wünsche. Aber Träume darf man haben, Pläne darf man schmieden…

    Das irgendwann der Punkt kommen wird, in dem ich so viel Arbeit in meinen Blog stecke und ich jedoch nicht mehr das Feedback bekomme, dass ich mir wünsche, ist mir bewusst. Ich rechne damit! Deshalb beuge ich vor, indem ich eine gute Blog-Life-Balance erschaffe. Wenn ich keinen Beitrag habe, dann habe ich halt keinen. Charmant verpackt versteht auch der Leser, warum mal nur ein Beitrag in der Woche geschrieben wurde und kein zweiter.

    Diese Woche zum Beispiel bin ich geschäftlich unterwegs. Da war nur Zeit für einen Beitrag. Klar, ich hätte einen Post vordatieren können. Aber warum? Mir macht es doch gerade Spaß zu sehen wie die Reaktionen eintrudeln, sobald der Post online gegangen ist. Das Promoten auf den Social Media-Kanälen und das Bereitstehen, falls Fragen aufkommen. Die Live-Performance sogesagt ;) Wenn ich unterwegs bin und kein Internet habe, kann ich jedoch bei einem vordatierten Artikel nicht teilnehmen an diesem (für mich) Event.

    Da warte ich also lieber und poste meinen Beitrag erst, wenn ich wieder „dabei“ bin. Meine Leser werden deshalb nicht tot umfallen ;) Und ich verkrafte es auch, wenn ich mal nicht poste.

    In Amerika ist das Phänomen des Blogsterbens wahrscheinlich nur so extrem, weil dort eine richtige Work-Life-Balance meist nicht gelebt wird. In Deutschland ist das jedoch anders. Die meisten Blogger werden sich nicht komplett für ihr Baby aufopfern. Dafür haben alle zu viel drum herum, dass sie eher fesselt. Ein Blog ist nunmal nicht das ganze Leben. ;) Und jeder wird das verstehen, wenn man es erklärt…

    GLG

    Limettchen

  • Liebe Mel,
    habe ich das richtig gesehen, dein Beitrag ist vom November 2014.
    ….und immer noch so aktuell… ;o)
    Ein ganz toller Beitrag! …jedes Wort passt !!! für mich & IHN.

    Ich blogge schon länger und bin immer wieder bei Phase 6-7-8…
    zurzeit baue ich ein wenig um…um mich neu zu sortieren… aber der Gedanke: *Wozu DAS Ganze?* der bleibt im Hinterkopf , wie festgeschraubt….doch löschen…neeeeeeeeee, dass geht gar nicht….

    Ich fotografieren und handarbeite wirklich sehr, sehr gerne…auch arbeite ich gerne am und mit dem PC, aber….ER ist ein absoluter Zeitfresser!
    Es fällt mir im Sommer wirklich schwer am Schreibtisch (kein Läppi) zu sitzen und zu tippen (bloggen).
    Den Blog und seine Ableger möchte ich trotz der oft wilden Achterbahnfahrt meiner Gefühle nicht aufgeben, es ist schon ein liebgewonnenes Hobby und die lieben Menschen, die ich über IHN kennengelernt habe…möchte ich nicht missen !!!

    Was ich mir aber auf jeden Fall vorgenommen habe, nicht mehr über irgendwelche Likes oder Klicks nachzudenken….ich habe die Statistik ausgeblendet…auch zähle ich keine Besucher mehr….das ist nicht wichtig!!!

    Ich bin nur ein ganz normaler Mensch…ich habe Höhen und Tiefen….und meine Blog’s eben auch!
    Ich schreibe, wenn ich was zu berichten hab und wenn nicht dann nicht!

    DAS werd ich mir mal mit EDDING quer über den Bildschirm schreiben…damit es nicht wieder (während einer Heulphase 8-9) vergesse….

    Danke für deinen Beitrag und dafür, dass du ihn nochmal in Erinnerung gerufen hast!

    Man liest sich! Liebe Grüße, Gabi

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