{Koops} Das Märchen von Content gegen Reichweite. Oder: Warum Unternehmen Ihre Vergütungspraxis dringend überdenken müssen.

Blogger-Kooperationen: Das Märchen von Content gegen Reichweite | GourmetGuerilla.deBlogger sind eine interessante und ergiebige Quelle für Content. Das ist auch für die meisten Unternehmen kein Geheimnis mehr. Häufig wird daher ein budgetneutraler Tauschhandel „Content gegen Reichweite” vorgeschlagen. Doch profitieren Blogger wirklich von diesen Kooperationen?

Derzeit ist Content Marketing das populärste Schweinderl, das durch´s Marketingdorf getrieben wird. Der Bedarf an involvierenden und unwerblichen Ideen, Bildern und Texten ist bei Unternehmen daher entsprechend groß. Websites, Corporate Blogs, Kundenmagazine, Facebook-Fanpages, Newsletter und Pinterest-Accounts wollen befüllt werden – und das am besten täglich neu. Viele Unternehmen sehen sich mit dieser arbeitsintensiven Anforderung konfrontiert, verfügen aber in der Regel weder über die internen Strukturen noch über entsprechende Budgets, um die Mission Content mit ihren angestammten Dienstleistern und Agenturen zu stemmen.

 

Blogger schliessen die klaffende Versorgungslücke im Content Marketing

Es ist daher kein Wunder, dass Unternehmen händeringend nach alternativen externen Quellen suchen, die den Nachschub an dringend benötigtem Content sicherstellen. Seit einiger Zeit sind insbesondere Blogger aus dem Lifestylesegment ganz oben auf der Liste: Sie produzieren versiert, hochwertig, schnell, kreativ und unkompliziert. Sie sind eine effiziente Antwort auf die klaffende Versorgungslücke für Inhalte. Das ganze könnte also durchaus eine funktionierende Win-Win-Situation für Blogger und Unternehmen sein. Aber viele Unternehmen haben sich ein budgetneutrales Geschäftsmodell zurechtgelegt, das vor allem einer Partei sehr viel „Win” verspricht: dem Unternehmen selbst. Die versprochene Währung für Content heisst gern Reichweite. Und für die machen Blogger in den Augen der Unternehmen offenbar so einiges.

 

Einseitiger Handel: viel Leistung gegen Hoffnung auf Bekanntheit

Nicht selten haben Unternehmen eine sehr dezidierte Vorstellung von dem, was Blogger ihnen liefern sollen: Individuell und exklusiv entwickelte Ideen mit zahlreichen Bildern und umfangreichen Texten sollen zur freien Verfügung gestellt werden. Selbstverständlich mit allen Rechten an der zeitlich und räumlich unumschränkten Nutzung für die Homepage des Unternehmens, Facebook, weitere Social-Media-Kanäle, Newsletter, Pressemitteilungen und noch unbekannte zukünftige Aktivitäten. Häufig soll außerdem zusätzlich noch eine Veröffentlichung inklusive Unternehmenslink im Blog sowie die Promotion in allen Social Media Kanälen des Bloggers erfolgen.

Der Gegenwert für diese Leistungen: Ein Link zum Blog oder die Nennung des Bloggers in den Kanälen des Unternehmens. „So können Sie Ihren Blog einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und viele neue Leserpotenziale erschliessen” liest man so oder so ähnlich in den Angeboten für den Content-Reichweiten-Exchange. „Das ist doch außerdem eine tolle PR für Sie und Ihren Blog!”

Auf den ersten Blick mag der Deal tatsächlich recht attraktiv erscheinen: Der Blogger erstellt Content und wird dafür im Gegenzug vom Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Aussicht auf viele neue Leser und eine größere Reichweite ist für Blogger durchaus eine spannende Sache. Daher lassen sich insbesondere jüngere und kleinere Blogs sehr gern auf solch einen Handel ein und spekulieren auf die Steigerung ihrer Bekanntheit. Leider müssen viele von ihnen hinterher desillusioniert feststellen, dass vor allem eines mit ihrer Reichweite und Bekanntheit passiert: nichts.

 

Innensicht und Unkenntnis sorgen bei Unternehmen für ein verzerrtes Bild von Mechanismen in Web

Man würde Unternehmen wahrscheinlich Böses unterstellen, wenn man davon ausginge, dass Blogger da ganz bewusst mit etwas geködert werden sollen, das nicht funktioniert. Oft ist einfach die Innensicht des Unternehmens schuld an der fundamentalen Fehleinschätzung der Gegebenheiten: „Wir sind groß und wichtig. Wir haben Marktmacht. Wenn wir einen Link posten, dann werden da schon viele draufklicken”, scheinen Mitarbeiter auf Unternehmensseite vorauszusetzen.

Vielleicht kommt zu dieser recht sympathischen Naivität auch hin und wieder die simple Unkenntniss der Mechanismen in diese Internet. Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich Unternehmen davon ausgehen, dass sich sie Reichweite schon irgendwie automatisch einstellen wird. Dabei stützen sie sich häufig auf reine Annahmen und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

So berichtete beispielsweise BurdaLife in einem Vortrag im Rahmen der CeBIT Global Conferences unlängst über die Zusammenarbeit mit Bloggern. Mehrfach wurde die partnerschaftliche Zusammenarbeit von BurdaLife mit Bloggern bei mehreren Objekten im Lifestyle-Segment hervorgehoben. Die Blogger gäben den Content unter anderem für Online-Medien, dafür erhielten Sie vom Unternehmen BurdaLife im Gegenzug Reichweite und eine breite Öffentlichkeit. Eine weitere finanzielle Vergütung wäre für die Nutzung des Contens daher nicht vorgesehen. Auf die Frage, welche Reichweite Blogger denn durch die Zusammenarbeit im Durchschnitt erwarten könnten und wie oft auf die Links zu den Blogs geklickt werden würde, wusste man keine Antwort. Das wisse man derzeit nicht. Man sei aber gerade bemüht, da mal Zahlen zusammenzustellen.

Diese Situation ist keine Ausnahme. Derzeit scheint es kein Unternehmen zu geben, das die Frage nach konkreten Reichweiten oder Klickraten auf Bloggerlinks beantworten kann oder möchte. Die Erhebung dieser Zahlen wäre einfach und mit wenig Aufwand durchführbar. Stattdessen setzt man lieber auf pure Versprechen und – wenn das nicht reicht – auf den Standpunkt, dass es für Blogger ja schon auch eine Ehre sei, für ein Unternehmen arbeiten zu dürfen. Hin und wieder lassen sich Unternehmen sogar dazu hinreißen, verschnupft und aggressiv auf Nachfragen oder Absagen von Bloggern zu reagieren. Ein großer Versandhandel aus Hamburg soll in diesem Zusammenhang Bloggern sogar Undankbarkeit und Größenwahn unterstellt haben, als diese nicht für die pure Hoffnung auf Reichweite Content spenden wollten.

Vielleicht möchten sich Unternehmen aber auch einfach nicht so gern in die Reichweiten-Karten schauen lassen, weil dann an der einen oder anderen Stelle sofort klar wäre, dass es um ihre Zahlen gar nicht mal so gut bestellt ist.

 

Kontent gegen Reichweite – für Blogger meist ein Verlustgeschäft

Auch Blogger schätzen das Potenzial eines Konzerns oder einer Marke gern falsch ein. Natürlich verfügen diese vor allem bei Facebook über recht beachtliche fünf- bis sechsstellige Fanzahlen. So könnte man durchaus damit rechnen, dass da einiges an Aufmerksamkeit zum Blogger rüberschwappt. Die Realität sieht aber ganz anders aus: Interaktionsraten und Empfehlungskompetenz von vielen Unternehmen-Fanpages sind überraschend gering. Man kann es sogar als Glücksfall bezeichnen, wenn überhaupt ein spürbarer Traffictransfer passiert.

So ist auch auf Unternehmens-Websites und -Blogs ein Link im Zusammenhang mit geliefertem Content für den Trafficaufbau des Bloggers meist wertlos. Einerseits muss man sich die Frage stellen, wie viele User wirklich den Weg zum Unternehmenskanal finden. Andererseits werden dem User dort dann bereits alle interessanten Informationen umfassend präsentiert. Die Motivation auf einen Link zu klicken, um den Verfasser des gerade Gelesenen näher kennenzulernen, geht gegen Null. Zahlreiche Bloggern bestätigen, dass in solchen Fällen keine oder nur marginale Konversionen erfolgen.

Sehr ähnlich verhält es sich auch mit Erwähnungen in Print-Titeln. Die Leser wechseln nicht zwischen den Medien. In den seltensten Fällen macht sich jemand die Mühe, eine in einer Zeitschrift abgedruckte Internetadresse in seinen Computer zu tippen. Hier kann sich der Blogger also allenfalls mit einem Imagegewinn oder Egofutter trösten. Gedrucktes hat in Deutschland nach wie vor einen gewissen Stellenwert. Am Traffic und an der Reichweite des Blogs ändert das aber erst einmal nichts.

Selbst wenn Leser über die gesetzten oder gedruckten Links zum Blog gelangen sollten, wird nur ein sehr geringer Anteil diesen ein zweites Mal besuchen. Das Unternehmen nutzt also langfristig den Content, der Blogger bleibt dagegen mit einer Handvoll kurzfristiger Klicks zurück. Der Blogger erhält somit in der Regel nicht die versprochene Gegenleistung für seine Arbeit.

 

Unternehmen müssen an ihren Vergütungsmodellen arbeiten, wenn sie weiter profitieren wollen

Unternehmen sollten dringend die Tatsache realisieren, dass sie den budgetneutralen Deal „Content gegen Reichweite” meist nicht erfüllen. Während der Blogger eine Leistung zur Verfügung stellt, die bei qualitativ guter Umsetzung mehrere hundert Euro wert ist, verlassen sich Unternehmen unrealistischer Weise darauf, dass als Gegenleistung schon irgendjemand auf Links klicken wird. Von großen Reichweiten und einer gesteigerten Öffentlichkeit ist man so aber mehr als weit entfernt.

Wenn die Versorgungslücke im Content Marketing weiterhin geschlossen werden soll, müssen Unternehmen aktiv daran arbeiten, Bloggern auf Augenhöhe zu begegnen. Vollmundige Versprechen reichen als Basis für eine Zusammenarbeit nicht aus. Entweder werden vom Unternehmen zukünftig valide Zahlen zu Reichweiten und Klickraten zur Verfügung gestellt – die Blogger ja im Übrigen auch regelmäßig im Rahmen von Kooperationen beibringen. Oder es muss eine andere angemessene Vergütung für den Content gefunden werden. Denn sicherlich kann man ausschließen, dass eine ganze Community weiterhin für einen zweifelhaften schönen Schein ihre Leidenschaft und Arbeitskraft einsetzen wird.

36 Comments

  • Ha, Mel! Sehr gut geschrieben genau so ist es. Ich habe das aktuell gerade mal ausprobiert, wobei ich nicht direkt Content geliefert habe, sondern nur erlaubt habe, auf einen Blogpost zu verlinken und ein (schlechtes) Foto zu nutzen. Wer die ganze Anleitung oder sogar einen Download hätte nutzen wollen, hätte zwangsläufig auf meinen Blog gemusst. Ich habe schon vermutet, dass nicht so viel kommt, da die Interaktionsrate auf deren FB, wie Du schon schreibst, äußerst gering ist.
    Andere Blogger haben jedoch für diesen Eintrag auf der Unternehmensseite ganze Anleitungen geliefert.
    Wie dem auch sei, ist die „Ideenseite“ zumindest vom Smartphone aus gar nicht ohne Direktlink zu erreichen. Wie bitte soll man denn da gefunden werden?
    Das beste war aber, die abschließende Mail, die ungefähr so lautete: Wir haben uns für Dich entschieden und promoten nun Deinen Bloglink auf xyz (also nicht ich liefer Content, sondern die promoten mich, hey, supi!), weil …ach so toll und passend (Bartschmeichler!) und hey, super, jetzt promoten wir das auch noch auch FB! Das kannst Du gerne mit Deinen Lesern teilen. Und dann, weil das alles so toll ist, bekommst du jetzt von uns auch noch einen Gastbloggerbadget, den du auf Deinen Blog einbinden darfst.
    Übersetzt heißt das eigentlich: Blogger, komm und hau für uns einen Werbebanner kostenlos in Deinen Blog und promote unsere Shop über Deinen FB Kanal.
    Resonanz lt. meiner Statistik = 0. Das hat mich jetzt auch nicht gewundert, weil auch das Bild gar nicht gut war und ich wirklich vermute, es ging nicht mal wirklich um Content, sondern nur darum den Gegenlink aus dem Badget zu platzieren und bei FB geteilt zu werden. Denn so kleine Blogs freuen sich da ja immer so über eine Veröffentlichung und gehen dann auch inflationär ans Teilen.
    Liebe Grüße aus der Pfalz!
    Susanne

    • Als angehender Fitness-Blogger habe ich vor kurzer Zeit auch mit dem Gedanken gespielt, Gastartikel für andere Blogs zu verfassen. Es klang so vielversprechend. Doch nach reiflicher Überlegung bin ich zur Überzeugung gelangt, dass ich die Finger davon lassen sollte. Ich will kurz erklären warum…

      Ein gut verfasster Artikel zu einem starken Suchbegriff, der zudem noch in der TOP 10 von Google zu finden ist, beschert der Website des Unternehmens täglich viele Besucher. Als Gegenleistung wird entweder der Autor/Blog genannt oder bestenfalls ein Link platziert. Doch die wenigsten Besucher klicken darauf. Es ist wahrscheinlich schlecht sichtbar… wie schnell wird Kleingedrucktes übersehen oder? Viele Leser überfliegen die Blogartikel; sie werden nicht wirklich gelesen.

      Die Gegenleistung für den Blogger müsste adäquat sein; z. B. ein ausführlicher Artikel über den Autor/Blog, ein Interview oder ein gut sichtbaren Link (Blogroll). Aber da hat man wahrscheinlich Angst, dass zu viele Besucher „abwandern“. Beim Kommentar schreiben verhält es sich ähnlich. Wie oft wird ein Kommentar nicht veröffentlicht oder wenn doch, dann ohne einen Link zum eigenen Blog.

  • Hallo Mel,
    da triffst Du den Nagel auf den Kopf oder vielleicht in genau in die Blogger und Unternehmensherzen. Als relativer Neuling mit einigen Zusammenarbeiten stelle ich mir auch seit Wochen die Frage wie lange das wohl so weiter geht (für mich) mit dem (fast) kostenlosen Content-Schenkungen. Klar, die Ehre und Freude ist groß, doch davon kann sich keiner etwas zu Essen kaufen.
    Gerade erst hatte ich sehr interessante Gespräche auf der h+h in Köln und denke, dass hauptsächlich eine Sache hier dienlich ist, um die großen Fehl-verständnisse zu ändern, nämlich das Reden über die Wirklichkeit. Auf der Unternehmensseite sind oft auch Menschen, die die Einnahmen-Notwendigkeit eines Bloggers verstehen und tatsächlich auch etwas daran ändern können und wollen.
    Einen Gedanken in Deinem Artikel finde ich besonders gut, einfach mal nachfragen, wenn mal wieder eine Anfrage in den Postkasten wandert, wie groß denn die zu erwartende Reichweite ist…
    Herzlichen DAnk!
    Anita

  • Hallo Mel,

    vielen Dank für Deinen Beitrag! Damit bestätigst Du genau meine Vermutung das uns und unserem Blog „kopierter“ vollständiger Content nichts oder nur wenig bringt.

    Zur Zeit erreichen mich immer wieder derartige Anfragen unseren Content in Kopie verwenden zu wollen und dafür die Nennung unseres Blogs und unserer Namen zu bieten.

    Derartige Anfragen habe ich glücklicherweise immer abgelehnt, weil der Leser auf deren Seiten eben bereits den gesamten Content hat und wenig Motivation hat auf unseren Blog zu gehen. Vielleicht denkt sich der ein oder andere Leser tatsächlich „ich müßte da mal nach Weiterem schauen“ doch während des weiteren Lesens des kopierten Contents werden die meisten Leser längst schon wieder vergessen haben, dass sie sich eigentlich den Blog nach weiterem interessanten Content anschauen wollten und klickt sich dann weiterhin durch das www und hat den Blog längst wieder vergessen.

    Nochmals Danke für diesen Artikel – ich werde es weiter so halten und diese Anfragen dankend ablehnen und sie einfach als eine Bestätigung für die Qualität unseres Contents ansehen!

    Liebe Grüße
    Mario

    • Hi Mario,
      abgesehen davon solltest du auch aus SEO-SIcht von gleichen Inhalten auf unterschiedlichen Seiten absehen – Stichwort: Duplicate Content. ;)

    • Hallo Foodilicious, Duplicate Content ist eher auf der eigenen Website problematisch. Wenn hin und wieder ähnlichen Texte und Bilder auf verschiedenen Webseiten auftauchen, hat das keine Auswirkungen auf das aktive Ranking. Es kann halt nur sein, dass eine größere oder für google wichtigere Seite mit dem Content weiter oben in den Suchergebnissen auftaucht. Liebe Grüße!

    • Hi Mel,

      das ist so leider nicht ganz richtig. Wenn nicht auf die Originalquelle verlinkt wird – uU auch bei Verweis – kann die Suchmaschine / Google nicht beurteilen, wem der Vorzug in den SERPs gegeben werden soll. Daher sollte man als Urheber darauf achten, dass sein Content immer nur 1x im Netz auftaucht, um unique zu sein / bleiben.

      Du nennst im Grunde auch schon einen ganz wichtigen Punkt:
      Dir geht Power verloren und du kannst nicht dein ganzes Ranking-Potenzial ausschöpfen, weil ggf. für Google relevantere Seiten vor dir stehen.

      LG
      Mircow

  • Liebe Mel, dieser Artikel sollte wirklich jeder der sich mit Content Marketing und Blogger Marketing (Blogger Relations sind es ja quasi nie) lesen und verinnerlichen.
    Vor allem die Tatsache, das Firmen nicht mal wissen, wie viele Leute auf ihre Links klicken ist erbärmlich und ein Armutszeugnis für die Firmen.

  • Vielen Dank für diesen großartigen Artikel. Ich finde ihn sehr wertvoll.

    Immer, wenn ich solche Angebote bekomme, maile ich als Antwort meine Honorarvorstellungen zurück. :)

  • Hallo Mel,
    interessanter Text – doch er hätte durchaus auch kürzer verfasst werden können. An manchen Stellen drehst Du dich wieder und wieder im Kreis. Aber in der Sache und Deinem Anliegend folgend gebe ich Dir recht!

  • Toller Artikel, ich stimme dir absolut zu!
    Gerade letzte Woche habe ich eine solche Anfrage von Esprit Home abgelehnt. Da kam als Antwort auf meine Nachfrage bezüglich Vergütung auch das Reichweiten-Gelaber. Und dass ich ja durch Esprit hochwertigen Content für mein Blog bekäme. Dabei wäre ja ich diejenige, die hochwertigen Content an Esprit liefert. Die drehen alles so hin, dass es für sie passt.

    Gruß
    Pepper

  • Hallo Mel,

    mir hat dein Vortrag bei Rock the Blog auch schon in Verhandlungen weitergeholfen. Dieser Artikel sind noch einmal wertvolle Überlegungen obendrauf. Danke!

    Viele Grüße, Synke

  • Früher hatte ich viele dieser Anfragen. Sie haben zum Glück nachgelassen. Immerhin haben einige Firmen kapiert, dass sogar Blogger Miete zahlen müssen.

  • „Auf die Frage, welche Reichweite Blogger denn durch die Zusammenarbeit im Durchschnitt erwarten könnten und wie oft auf die Links zu den Blogs geklickt werden würde, wusste man keine Antwort. Das wisse man derzeit nicht. Man sei aber gerade bemüht, da mal Zahlen zusammenzustellen.“
    LOL!
    Ich habe das Gefühl, diese Aussage steht stellvertretend für sämtliche Firmen.
    Ein super Artikel und natürlich wieder herrlich auf den Punkt gebracht. Aber seit ich deine Keynote auf der CeBIT gehört habe, bin ich eh ganz verliebt in deine Art. ;)

    Liebe Grüße
    Melina

  • Für Ruhm und Ehre… Wenn das nur den Kühlschrank füllen würde. Tausend Dank für den Artikel – sehr informativ und gut durchdacht geschrieben, da denk ich noch ein bisschen drüber nach!

    Liebste Grüße,
    Carolin

  • GENAU!!! Danke Mel!

    Du triffst den Nagel auf den Kopf… ab und an erreicht auch mich eine Anfrage, ich mache mir schon einen Spaß daraus, mit den Agenturen zu diskutieren ;)… sie präsentiernen sich ja zu gern als „wir machen das für die Allgemeinheit“ und daher gibt dafür kein Geld… LACH, denn mit ein paar Klicks auf der entsprechenen Seite hat man schnell die Firma / Firmen im Hintergrund entdeckt. Aber da möchte wohl keiner Geld ausgeben!?!? …

    Schön, dass hier so von Dir zu lesen, da kann ich jetzt ganz entspannt die letzte Anfrage von gestern absagen!

    Bunte Grüße
    Imme♥

  • Haha!! Genauso isses!

    Am meisten überschätzt werden meines Erachtens übrigens Printmagazine, die ja auch gerne mal Content wollen und Blogger mit der Namens-/URL-Nennung locken. Ich selbst schon darauf reingefallen. :-)))

    Den großen Versandhandel aus Hamburg muss ich allerdings ein wenig in Schutz nehmen – falls wir denselben meinen. ;-) Der zahlt mich für unsere aktuelle Koop, und das zumindest vergleichsweise nicht schlecht.

  • Hm, da bin ich als Blogger auf der einen Seite und Unternehmer auf der anderen Seite hin und her gerissen. Aber die MIete zahlt sich in der Tat nicht durch reine Reichweite und blossen Bekanntheistgrad. – gerade sehr nachdenklich. LG Matthias

  • Hallo Mel,

    ich wollte dazu auch immer was schreiben (werde ich wohl jetzt auch tun). Du triffst den Nagel auf den Kopf und reflektierst damit meine (empirisch völlig irrelevante) persönliche Meinung. Sog. „Kooperationen“ waren für mich in der Vergangenheit eher Angelegenheiten des unbändigen Kopfschüttelns: Negativ- und Unterlassungserklärungen und Anforderungen, die eine saftige Vergütung induzieren würden gingen einher mit der Aussage: „Geld gibt es nicht“. Meine Reichweite konnte ich mittlerweile auch so aufbauen, also ist man in der komfortablen Lage, Anfragen von Unternehmen mittlerweile zu ignorieren.

    lG
    Stephan

  • Sehr gut geschriebener Artikel, Mel. Danke dafür.
    Meiner Meinung nach basiert diese Einstellung der Unternehmen auf verschiedenen Faktoren.
    Einerseits ist das Internet ja immer „kostenlos“, d. h., wenn man will, kann man hier viel Wissen/Tipps/Content „abziehen“ ohne direkt dafür zahlen zu müssen. Es ist auch schon vorgekommen, dass Unternehmen sich Content einfach kopieren, ohne zu fragen …

    Und andererseits gibt es eben auch Blogger und Blogger, wie in jedem anderen Beruf auch. Viele versuchen sich über den Preis zu „verkaufen“ oder eben gegen ein Reichweiten-Versprechen, dass die Qualität von des Kaisers neuen Kleidern hat.
    Gerade bei den amerikanischen Kollegen begegnen mir immer wieder Blogs, wo sogar ein ganzes Team von mindestens zwei, eher mehr Menschen dahinter steckt, die alle mehreren Stunden in einen Blog- oder Vlogbeitrag investieren. Wenn man damit beschäftigt ist, kann man keiner anderen Tätigkeit nachgehen. Und da fällt mir prompt ein alter Spruch aus dem 20. Jahrhundert ein ^.- „Nur Bares ist Wahres.“ Ich wüsste nicht, warum ich meine Arbeit verschenken sollte.
    Mit Dank und Gruß aus dem Rheinland
    Sonja

  • Hihi, sehr feiner Beitrag ;-)
    Eine interessante Ergänzung ist dazu vielleicht noch die anonyme, aber nichtsdestotrotz sehr lesenswerten Insider-Sicht eines Blogger-Relation-Managers. Siehe orange markierter Nachtrag unter http://wp.me/p2uaK8-10l, der sehr schonungslos beschreibt, nach welchen internen Kriterien eigentlich beim Thema Links gebrieft und gemessen wird.
    Schöne Grüße

    Andreas Frank

  • Vielen Dank, toller Artikel zu dem Thema.
    Sollte es tatsächlich zu einer Reichweitenvergrösserung kommen, könnte man die technisch ganz exakt nachweisen, und zwar beide Seiten. Klappt es könnte man sich ja ganz normal über TKP Preise vergüten lassen. Keine Zahlen zu haben heisst, nur peinliche Zahlen zu haben.
    Das Unternehmen meinen, sie könnten Content für Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, kennen wir bildenden Künstler schon sehr lange. Unternehmen, Krankenhäuser, Kanzleien, etc. wollen immer gerne Ausstellungen von Künstler machen, aber Verkäufe kommen da fast nie zustande, einfach nur Dekoration und Image-Gewinn für lau. Aber mit den Malern/Bloggern/Hungerleidern kann man es ja machen.
    Da gibt es nur eines, selbstbewusst für den Wert der eigenen Leistung einstehen.

    Lieben Gruss, Alexander Broy

  • Danke dir für diese Zusammenstellung und trifft es ziemlich gut. Wer diesen Trend mitmacht, der ist selber Schuld. Es tut mir leid es sagen zu müssen, aber auch Blogger dürfen hier nicht einfach leichtgläubig alles hinnehmen was einem auf den Tisch serviert wird. Ist so ähnlich wie alles zu glauben was in der Werbung gesagt wird.

    Ich für meinen Teil lehne solche Angebote strickt ab und gebe mein Honorar für einen solchen Auftrag mit an. Kommt eine positive Rückmeldung, dann erfreue ich mich dem Deal. Kommt keine Rückmeldung, dann ganz einfach Pech gehabt. Eine Nennung oder ein Hinweis in meinem Blog beruht dann auf vollkommen freiwilliger Basis.

  • Vielen Dank, ein sehr guter Artikel. Solange es aber Blogger gibt, die sich auf diese Spielchen einlassen, wird es schwer mit dem Umdenken seitens der Unternehmen. Wobei ich der Meinung bin, Blogger mit Reichweite haben selbst die Erfahrung schon (teilweise) gemacht, sodass eher kleinere und neue Blogs (wie du schreibst) solche Angebote wahrnehmen.

  • Content gegen Reichweite kann ein gutes Geschäft sein, allerdings muss man sich dabei die Partner sehr genau anschauen. Unternehmensblogs haben in der Regel kaum Leser – wohl auch deswegen, weil sie oft „billigen“ Content „kaufen“ und die Blogs oft vollkommen austauschbar und langweilig sind.

    Bei reichweitenstarken Blogs hingegen lohnt sich der Deal schnell einmal. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Eine relativ neue Bloggerin schrieb bei mir einen Gastartikel und hatte am nächsten Tag 50 neue Facebooklikes und mehrere hundert Besucher. Das hat mich erstaunt, dass ich selber nicht so wahnsinnig viel Traffic habe. Daher empfehle ich eher grössere private Blogs für den Aufbau der Reichweite zu verwenden.

    Hinzukommt dabei auch noch etwas anderes: Dass ein privater Blogger oder eine NGO keine grossen Beträge für Gastautoren bezahlen kann, leuchtet mir ein. Ein Unternehmen hat jedoch das nötige Kapital. Wenn hier kein Geld bezahlt wird, zeugt dies von einer geringschätzung der Arbeit von Bloggern. Mit solchen Unternehmen will ich auf alle Fälle nicht zusammenarbeiten.

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