Goldener Windbeutel 2013 Foodwatch

Jetzt mitmachen und abstimmen: Der Goldene Windbeutel 2013 von foodwatch

Goldener Windbeutel 2013 FoodwatchWie ihr bestimmt alle wisst, liegt mir die Ernährung von Kindern ganz besonders am Herzen (siehe z.B. hier, hier, hier und hier). Ich sehe täglich bei meinem Sohn, wie stark er (natürlich) auf speziell für Kinder konzipierte Produkte mit Comicfiguren und Illustrationen reagiert. Oftmals ist es aber so, dass gerade in diesen Nahrungsmitteln besonders viel Zucker, Fett, Füll- und Aromastoffe enthalten sind. Die Unternehmen vermitteln aber mit entsprechenden Marketingstories und Werbekampagnen ein ganz anderes Bild. Meist wird von besonders wertvollen, natürlichen und für das gesunde Wachstum unerlässlichen Produkten gesprochen. Eltern und Kinder werden so gezielt getäuscht. Zusätzlich versuchen die Unternehmen verstärkt die Erziehungshoheit der Eltern zu umgehen, indem sie Kinder über Sportvereine, Schulen und Kindergärten oder digitale Medien ansprechen.

Profitabilität von Lebensmittelgruppen_Foodwatch

Werbebudgets_Lebensmittelindustrie 2011 foodwatch

foodwatch möchte mit dem Goldenen Windbeutel dazu beitragen, Verbraucher aufzuklären und Unternehmen so „anzuregen”, ihre Strategien in Hinblick auf Kindernahrung zu überdenken. foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel 2013 bereits zum fünften Mal, in den vergangenen Jahren immer als Negativpreis für die Werbelüge des Jahres. 2012 entfiel eine Mehrheit der fast 130.000 abgegebenen Stimmen auf Hipp. Die vorherigen Preisträger waren Ferrero (2011), Zott (2010) und Danone (2009).

Ab heute habt ihr vier Wochen Zeit, Eure Stimme für den Goldenen Windbeutel 2013 abzugeben. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch informiert und mitmacht:

 

Für den Goldenen Windbeutel 2013 hat foodwatch fünf Produkte nominiert:

1. Capri-Sonne von Wild/SiSi-Werke, nominiert für Schul-Marketing und Sport-Schwindel: Für die Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein bisschen Fruchtsaft setzt Hersteller Wild auf die Nähe zum Sport: Er spricht Kinder bei gesponserten Sport-Events an, vergibt ein eigenes Schwimmabzeichen. Außerdem verbreitet Capri-Sonne Unterrichtsmaterial mit Markenlogo und Lernaufgaben zum Produkt – indirekte Werbung an den Eltern vorbei.

2. Monster-Backe Knister von Ehrmann für die Vermarktung überzuckerter Produkte als Spielzeug: Der Hersteller setzt alles daran, überzuckerte Produkte als Spielzeug zu vermarkten. Bei all den Knister-, Blubber- oder Zunge-Färb-Applikationen gerät schnell in Vergessenheit, dass der “Fun- und Action-Joghurt” mit acht Stück Würfelzucker pro 135-Gramm-Becher ganz einfach eine Süßigkeit ist.

3. Pom-Bär von Funnyfrisch für ein Paradebeispiel scheinheiliger Werbebeschränkungen: Der Hersteller hat sich eine Selbstbeschränkung für “verantwortungsvolles Marketing” auferlegt, die Werbung an Kinder unter 12 Jahren grundsätzlich ausschließt. Außer, wenn die Produkte besondere Nährwert-Eigenschaften erfüllen. Diese Hürde überspringt nach funnyfrischs kreativer Definition aber selbst der fettig-salzige Pom-Bär-Snack (2,5 Prozent Salz, 28 Prozent Fett – und damit mehr als fünf Mal so salzig und doppelt so fettig wie Pommes frites von McDonald’s). Der wird mal eben als “kindgerecht” umgedeutet – und kräftig weiter direkt an Kinder beworben.

4. Nestlé Kosmostars für Zucker-Kleinrechen-Tricks: Laut Nestlé ein “vollwertiger Start in den Tag” mit “Vollkorngarantie” – in Wahrheit schlicht eine Süßigkeit. “Weniger als 9 Gramm Zucker pro Portion”, wirbt Nestlé für seine Kinder-Frühstücksflocken – rechnet die “Portion” aber auf gerade einmal 30 Gramm klein. Tatsächlich stecken 25 Prozent Zucker in den Kosmostars, mehr zum Beispiel als in Butterkeksen. Das stolz verkündete Zuckerreduktionsprogramm brachte nur eine Verbesserung von sehr viel zu viel auf viel zu viel.

5. Paula von Dr. Oetker für digitalen Kinderfang: Für den “Kuhflecken”-Pudding (mit 13 Prozent Zucker – mehr als in Dr. Oetkers Schokopudding) schlägt der Hersteller eine wahre Materialschlacht: Von Klingeltönen über eine iPhone-App bis Online-Karaoke zum Auswendiglernen des Paula-Kinder-Raps aus dem Werbespot. Höhepunkt: Internetspiele wie die “Flecken-Jagd”, bei der virtuelle Paulas so viele Puddings wie möglich einsammeln sollen. Zur Erinnerung: Kinder essen bereits doppelt so viele Süßigkeiten wie von Ernährungsexperten empfohlen.

 

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Alle Infos auch auf: www.goldener-windbeutel.de