Runde Möhren vom Isemarkt Hamburg

Auf dem Isemarkt morgens um halb acht

Runde Möhren vom Isemarkt HamburgLetzten Freitag war ich zum ersten Mal (!) auf dem Isemarkt einkaufen. Unfassbar, dass ich das in alle den Jahren in Hamburg noch nicht geschafft habe. Dass es nun doch endlich mal geklappt hat, habe ich Maike zu verdanken. Die hat nämlich bei einem Abendessen den verrückten Vorschlag gemacht, einfach mal VOR der Arbeit über den Markt zu schlendern. Super Idee – genau so machen wir das.

Um es kurz zu machen – es war so toll! Ich bin um 6:45 aufgestanden und hab als erstes durch den Vorhang geluschert: strahlendblauer Himmel und ein laues Lüftchen. Während der Mann und das Kind noch seelig schlummerten, habe ich mich in aller Ruhe fertig gemacht, meinen Kaffee geschlürft, immer wieder die Stille genossen und bin dann leise aus der Tür geschlüpft. Das heißt heutzutage wohl „Qualitätszeit für die berufstätige Mutter“.

Ein bißchen zu früh am vereinbartenTreffpunkt angekommen, musste ich dann direkt noch einen Kaffee haben – von McDonald´s weil direkt vor der Nase. Der Franchise-Nehmer war unglaublich aufgeräumter Stimmung und plauderte ausgelassen über Gott und die Welt. Wir haben dann noch schnell zusammen das leere Dosenmilchregal aufgefüllt, bevor er mich unter vielen Huldigungen und besten Wünschen wieder in den sonnigen Morgen entlassen hat.

Draußen in der Sonne zu ungewöhnlichen Zeiten Kaffee zu schlürfen und die vorbeikommenden Leute zu beobachten ist auch toll. Hochstimmungsalarm!

Dann kam Maike und wir sind losgeschlendert. Der Markt zieht sich in einer langen Reihe unter der Bahntrasse der U3 durch die Isestraße mit prächtigen Altbauten (genau die, in denen man auch immer wohnen will). Tatsächlich war noch nicht besonders viel los und so hatten wir Zeit, alles ganz genau anzuschauen. Die verschiedenen Wagen und Buden bieten Gemüse, Blumen, Fleisch, Fisch, Brot, Brot und Kuchen. Hin und wieder finden sich auch Exoten mit Schmuck, Kleidung, Pralinen oder italienische Spezialitäten. Der hungrige Marktbesucher kann sich an kleinen Frühstücksständen an portugiesischen Törtchen, Rührei-Variationen und bodenständigen Mettbrötchen laben.

Besonders beeindruckt hat mich ein Wagen mit einem riesigen Haufen frischen Büsumer Krabben zum Selberpulen. Außerdem habe ich 5 verschiedene Sorten Radieschen aufgespürt (die hübschen zweifarbigen wollte ich immer schon mal probieren, Foto hier), essbare Blüten, runde Möhren, Unmengen von frischen Kräutern – unter anderem roter Sauerampfer, dunkelgrüne und phantastisch aromatische Büschel Basilikum (am gleichen Morgen geerntet). Und all das Zeug, das man häufig in Zeitschriften und Kochbüchern findet, aber noch nie wußte, wo (zum Teufel) man so etwas käuflich erwerben soll.

Ich musste mich stark disziplinieren um nicht wild alles aufzukaufen, das mir unter die Nase kam. Ganz toll war auch der Spinat, von dem ich immerhin einen prallen Beutel nach Hause geschleppt habe.

Macht Euch also auf mindestens ein Rezept mit Spinat gefasst! Und Maike: Wann machen wir uns auf zu unserem nächsten Marktabenteuer?

Mehr Infos über den Isemarkt hier.