© 2012 Mel Erbsen-Falaffel

Wenn ich groß bin … mache ich smaragdgrüne Erbsen-Falaffel.

Ich werde nächste Woche 27. Äh, was? Hat sich da jemand geräuspert? Knurrr. Ok. Gelogen. Ich werde 37.

Aber eigentlich ist das gar nicht so richtig geflunkert, denn ich fühle mich keinen Tag älter als 27 (Sternchentext: Gilt NICHT um 6 Uhr morgens, nach langen Kundenmeetings oder bei dem Muskelkater, der sich manchmal spontan nach bestimmten Situationen einstellt). Aber das Alter ist ja bekanntlich eh nicht wichtig und man ist so jung … Ihr wisst schon, ne.

Aber ich fühlte mich nicht erwachsen. So. Denn es gibt eine Menge Dinge, die ich haben oder machen will, wenn ich erstmal groß bin.

Wenn ich groß bin, habe ich nämlich zum Beispiel eine Kitchen Aid mit allen verfügbaren Aufsätzen (auch dem Wurst-Dingsbums) und jedem erdenklichen Schnick-Schnack. Seit ich koche, treibe ich mich unverbindlich  in den Küchenmaschinen-Abteilungen der  Technikmärkte herum. Schon von Weitem blitzen die Metallschüsseln unter dem markanten Rührarm mit serienmäßigem Schneebesen. Auch in Sonderfarben – eine Kitchen Aid in PINK – ich glaube, ich werde ohnmächtig! Also: Wenn ich groß bin, habe ich eine pinke Kitchen Aid mit allem Komfort. Und auch die entsprechende Küche, um das Dingen unterzubringen.

Letzte Woche bin dann übrigens in die Pubertät gekommen. Ich wurde nämlich stolze Besitzerin eines Kitchen Aid Blenders – dem kleinen Bruder der großen Pinken. Das ist doch ein erster Schritt in die richtige Richtung! Der kleine Bruder bringt eine äußerst solide Verarbeitung, mehrere Rühr-, Schlag- und Mixprogramme und den klassischen Glasbehälter mit. Außerdem auch einen neuen Plastikbehälter mit integriertem Messer, im dem man problemlos sehr heiße Flüssigkeiten und Zutaten verarbeiten kann.

Ich fühle mich prompt zu Dingen ermutigt, die ich erst (selber)machen wollte, wenn ich groß bin: Zum Beispiel Falaffel. Aus Erbsen. Mit einem wunderschönen smaragdgrünen Innenleben …

Getrocknete Erbsen werden über Nacht eingeweicht und mit Gewürzen und Kräutern möglichst fein zerkleinert. Dabei wird keine Flüssigkeit zugegeben. Das klappt gut, wenn man zuerst die Hackfunktion des Mixers mit der Pulse-Taste kombiniert. Ab und zu muss man mit einem Holzspatel die trockene Masse wieder in Richtung Messer schieben – dabei bitte nie mit der Hand in den Mixer greifen und am besten den Netzstecker ziehen.

Zum Schluss hat man dann eine leuchtend gründe homogene Masse, die sich leicht mit den Händen zu kleinen Bällchen formen lässt. Guter Job! Und so hübsch! Dann wird das ganze noch schnell frittiert (Rezept & Tipps unten) und mit Fladenbrot, Salat, Zwiebeln, Harissa und Hummus serviert.

Und so geht´s für ca. 20 Falaffel:

250 g grüne, getrocknete Erbsen in einer Schüssel mit Wasser bedecken und über Nacht einweichen.

Die Erbsen am nächsten Tag abgießen, in einem Sieb unter fliessendem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.

2 Zwiebeln, 5 Knoblauchzehen und je 1 große Handvoll Petersilie und Koriander grob hacken. Je 1 gehäuften TL Paprika-, Koriander- und Kreuzkümmelpulver mit 1 gestrichenen EL Salz, 1 EL Sumak und 1 TL Backpulver mischen.

Alle Zutaten in einen starken Mixer oder eine Küchenmaschine füllen und stoßweise möglichst fein hacken, bis eine homogene, leuchtend grüne Masse entsteht. Wenn nötig, die Masse gelegentlich mit einem Holzspatel wieder in Richtung Messer schieben. Dazu den Mixaufsatz von Sockel heben oder den Netzstecker ziehen und auf keinen Fall mit den Fingern nachhelfen. Aus der fertigen Masse mit den Händen kleine Bällchen formen. Die Falaffel in etwas Kartoffelmehl wälzen.

1 Liter zum Frittieren geeignetes Pflanzenöl in einem mittleren Topf oder einer Friteuse erhitzen. Um zu prüfen, ob das Öl im Topf heiß genug ist, ein Holzstäbchen oder den Stiel eines Holzkochlöffels in das Öl tauchen. Wenn sich kleine Bläschen bilden, kann es losgehen:

Nach und nach 3 bis 4 Falaffel in das Öl gleiten lassen. Mit einem Holzlöffel leicht rühren, damit die Falaffel nicht am Boden des Topfes anbacken. Dann ca. 5 Minuten frittieren, bis die Falaffel eine hellbraune Kruste bilden. Die fertigen Falaffel mit einem Schaumlöffel aus dem Topf fischen und auf einigen Lagen Küchenkrepp gut abtropfen lassen.

Zum Beispiel mit dünnem Fladenbrot, Salat, Tomaten, Zwiebeln, Harrisa und Hummus servieren.

Tipps zum Frittieren: Die erste Lage Falaffel ist bei mir prompt am Topfboden festgebacken und beim Lösen in Bröckchen zerfallen. Doof. Beim zweiten Durchgang habe ich das Anbacken durch leichtes Rühren verhindert. Die Falaffel sahen schon deutlich besser aus, hatten aber noch nicht eine appetitliche Kruste. Den dritten Durchgang habe ich in japanischem Paniermehl gewendet und damit ein sehr krosses Ergebnis bekommen. Schon besser. Der vierte Versuch war dann für mich perfekt: Bevor die Falaffel in den Topf kommen, werden sie kurz in Kartoffelmehl gewälzt. Das Ergebnis: Falaffel mit einer zartbraunen Kruste und einem leuchtend grünen Innenleben. Toll!

Die Nennung von bestimmten Küchenmaschinen in Frollein-Farben und anstehenden Jahrestagen der Verfasserin sind selbstverständlich rein zufällig. Geradezu fiktiv, natürlich. Aber wenn jemand noch zufällig einen Geschenketipp braucht …

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8 Comments

  1. Posted 16. Mai 2012 at 07:00 | #

    Dann bist du eine Wenigkeit älter als ich :)!
    Gegen eine Kitchen Aid hätte ich auch nix – manchmal dünkt es einem, als wäre sie fast Pflicht. À la: ohne fehlt dir was in der Küche.
    Na, vielleicht bringt dir nächste Woche die Geburtstagsfee ja was in Pink!

    Falaffel aus getrockneten Erbsen (bisher nur aus getr. Kichererbsen gemacht) hören sich toll an. Die kommen auf jeden Fall auf die Liste!

  2. Posted 16. Mai 2012 at 10:17 | #

    Also ich hätt dir die 27 abgenommen, samstagsmorgens im Schneesturm schaust auf jedenfall danach aus :)
    Schönes Grün!

    • Posted 16. Mai 2012 at 10:52 | #

      Heike – was Prosecco und etwas Kälte doch so alles schaffen kann ;-) Küsschen!

  3. Posted 16. Mai 2012 at 11:58 | #

    Ich schließe mich Heike an, 27 hätte ich dir auch geglaubt :)
    Und zum Rezept muss ich sagen, dass ich mich schon wieder verliebt habe! Langsam aber sicher werden deine Rezepte regelmäßig bei mir in der Küche umgesetzt… Danke dafür :)

    • Posted 16. Mai 2012 at 12:57 | #

      Hallo Tami, das ist ein tolles Feedback – vielen Dank! Es ist ein lustiger Gedanke, dass sie Leute da draußen das gleiche essen wie unsere kleine, verrückte Familie. Irgendwie …. verbindend ;-) Liebe Grüße, Mel.

  4. Posted 16. Mai 2012 at 12:01 | #

    Wie schön zu wissen, dass die Kitchen Aid ne kleine Schwester hat! Aber eigentlich spare ich ja auf ne Eismaschine… In der Zwischenzeit werde ich aber mal deine leckeren Falafel ausprobieren.

    • Posted 16. Mai 2012 at 12:54 | #

      Hallo Isa, viel Spaß dabei! ;-)

  5. Posted 21. September 2012 at 12:47 | #

    Déjà Vue beim lesen. Offenbar haben wir ein paar Gemeinsamkeiten, wenn ich Deinen Text so lese. Das ist echt schräg, aber irgendwie auch schön, wenn man sieht, dass es noch andere gibt, die wie man selber fühlen, die gerne bunte und schöne Dinge mögen (ich habe einiges Geschirr entdeckt in Deinen Postings, das wir auch haben).

    Wir besitzen eine pinke/rosa Kitchy, die wir Piggy getauft haben, den passenden Blender – Moi – haben wir letztes Jahr erworben (Muppets lassen grüßen). Die beiden sind uns so ans Herz gewachsen, dass wir sogar über sie geblogt haben. Ohne möchten wir nicht mehr sein. Und die Aufsätze sind echt toll, wir haben da u.a. dieses Eismach-Dingsbums und es klappt super. Falls noch nicht geschehen, unbedingt anschaffen so ein Gerätchen.

    Zum Rezept: Hierauf werde ich meinen Mann ansetzen. Er ist bei uns der Falaffel-Spezialist bzw. derjenige, der sich mit Wonne auf die exotischen Küchen der Welt stürzt. Falaffel aus Erbsen klingt nicht nur lecker, sondern auch schwer gesund. Definitiv auch ein Job für “Moi” (und meinen Mann).

2 Trackbacks

  1. By Top 10 im Mai 2012 | Studentenküche on 1. Juni 2012 at 21:24

    [...] Smaragdgrüne Erbsen-Falaffel von Mel alias gourmetguerilla [...]

  2. [...] auch mit montiertem Messer in den Geschirrspüler. Ich benutze den Mixer selbst regelmäßig (z.B. hier und hier) und finde, dass jeder so ein Dings in seiner Küche braucht. Gewinnen könnt ihr 1 [...]

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