Bao Buns mit kurzgebratenem Thunfisch und Nektarinen-Rosmarin-Salsa | GourmetGuerilla.de

Bao Buns mit kurzgebratenem Thunfisch und Nektarinen-Rosmarin-Salsa. Ein Crossover Streetfood und französische Knaller-Weine aus dem Languedoc.

Enthält Werbung für leckere fanzösische Weine aus dem Languedoc
Enthält Werbung für leckere fanzösische Weine aus dem Languedoc

Nachmittags, halb fünf auf der Reeperbahn. Vom blauen Himmel blitzt die Sonne, bunte Wimpel flattern im Wind, Café-del-Mar-Musik säuselt unaufdringlich vor sich hin – und fantastischste Essensdüfte umwehen mich von allen Seiten. Das kann nur ein toller Tag werden, denn es ist Food Truck Festival in Hamburg! Dutzende internationale Food Trucks haben sich auf dem Spielbudenplatz versammelt (das ist da, von wo die Barbara immer den Eurovision Song Contest moderiert, nech), um den hungrigen Besuchern das Beste zu geben, was man aus einem Auto heraus servieren kann. Und das Angebot ist mindestens so bunt wie die Wimpel und sieht toll aus.

Ich schlendere begeistert bei Frau Schneiders pinken Foodtruck mit den legendären Grilled Cheese Sandwiches vorbei, schnuppere sehr angetan einem Pulled Duck Burger am nächsten Truck hinterher und liebäugele mit einer appetitlichen Brasilianischen Bowl am übernächsten… aber nix da. Jetzt ist keine Zeit fürs Essen – ich habe eine Mission. Und dann sehe ich auch schon mein Ziel: den knallgelben Food Truck von Languedoc Wines. Hier werde ich mich heute mitten auf dem Kiez quer durch tolle Weine aus der Mitte Südfrankreichs probieren: dem Languedoc. Ja, ok – ich gebe hiermit offiziell zu: Man kann seine Nachmittage wirklich deutlich schlechter verbringen.

Weine Langudeoc Food Truck Festival Hamburg | GourmetGuerilla.de
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Liebe auf den ersten Schluck: Languedoc-Weinprobe unter kundiger Anleitung 

Für diesen tollen Nachmittag steht an  meiner Seite fachkundige Unterstützung: Die sehr sympathische Sommeliére Jenny von der Weinschule Weinsichten präsentiert mir nacheinander ganz unterschiedliche Weine aus dem Languedoc. Wir starten mit etwas Prickelndem, arbeiten uns langsam zum Weißwein vor und flirten danach noch ausführlich mit der einen oder anderen roten Flasche. Das Tolle an Jenny: Sie ist wunderbar aufgeschlossen und unprätentiös – anstatt lange Vorträge über die Charakteristika des einen oder anderen Weins zu halten, konzentriert sie sich zunächst nur auf den Geschmack ihres Gegenübers. Jeder erlebt und schmeckt Wein ja unterschiedlich – und das ist auch ganz wunderbar so. So gibt es auch kein richtig oder falsch beim Winetasting.

Nacheinander probieren wir uns bester Laune durch ganz verschiedene Weine und tauschen uns aus, was wir jeweils erschnuppern oder schmecken. Und obwohl mich Jenny bei dem einen oder anderen Wein auf spannende Geschmacksfährten bringt, sind meine drei Favoriten aus dem Languedoc erstaunlich schnell gefunden. Es ist Liebe auf den ersten Schluck. Ein fantastischer Mensch bringt uns dann auch noch einen Teller mit am Tag vorher im Koffer eingeflogenen Spezialitäten. Ich probiere tolle französische Salami und unglaublich gute Bio-Oliven. Mit einem leichten Glimm im Kopf und einem Glas meines neuen Lieblingsweins in der Hand könnte der Tag auf St. Pauli so doch glatt ewig weitergehen … Savoir-vivre mitten aufm Kiez.

Weine Langudeoc Food Truck Festival Hamburg | GourmetGuerilla.de
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Ein Geheimtipp: Unbekannte Perlen der Weinregion Languedoc mit geschützter geografischer Angabe und geschützter Ursprungsbezeichnung.

Französische Weine? Meist denkt man da spontan zuerst an etwas Dunkelrotes aus dem Bordeaux oder einen süffigen Rosé aus der  Provence. Aber es lohnt sich eben auch sehr, mal einen intensiven Blick auf die weniger bekannten Weinregionen wie das Languedoc zu werfen.

Man weiß es vermeidlich nicht aus dem Stehgreif: Das Languedoc liegt zwischen der Provence und der Gascogne an der Südküste Frankreichs und umfasst mit 4.000 Hektar insgesamt 22 Appellationen – das sind Weine mit der von der EU geschützten Herkunftsbezeichnung AOP (früher auch mal AOC genannt). Bei dieser geschützten Ursprungsbezeichnung muss der Zusammenhang zwischen den Produkteigenschaften und dem Ursprung besonders eng sein. Das Produkt muss  unbedingt in dem betreffenden Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt worden sein, und zwar nach einem anerkannten, dokumentierten Verfahren. Bei Weinen mit dieser Bezeichnung kann man also vollkommen sicher sein, dass die Weintrauben in dem betreffenden Gebiet angebaut, gelesen, gepresst, vergoren und ausgebaut wurden. Und dass man somit ein wirklich leckeres Tröpfen von Qualität im Glas hat.

Das Languedoc – wunderbar sonniges Mittelmeerklima mit viel Wind und trockene Böden

Apropos lecker: Geschmäcker sind bekanntlich total verschieden – genau so unterschiedlich wie die Weine des Languedoc. Der Weinbau im Languedoc profitiert von dem wunderbar sonnigen Mittelmeerklima mit viel Wind und trockenen Böden – und verfügt über viele verschiedenen Lagen der Weinberge. So erschaffen die Winzer des Languedoc dann auch ganz unterschiedliche Weine mit vielfältigen Charaktereigenschaften. Und darunter sind ein paar richtige Perlen mit einem umwerfenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn (seien wir doch mal ehrlich) – die meisten von uns geben ja nicht regelmäßig 40 Euro für eine Flasche Wein aus. Aber das Languedoc bietet überraschend fantastische Weine zu einem sehr erschwingliches Budget. Das muss man ja auch mal highlighten, ne.

Und meine drei absoluten Lieblinge hatte ich beim Weintasting ja direkt nach dem ersten Schluck gefunden:

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Meine drei Lieblinge der IGP-Weine Sud de France aus dem Languedoc

AOC Languedoc Château de La Négly „La Brise Marine Blanc“, 2018

Ein Name wie ein Gedicht: „Die weiße Meeresbrise“ hat mich direkt nach dem ersten Schluck zu einem hingebungsvollen Fan gemacht. Liebe auf den ersten Sip, sozusagen. Die Farbe ist leuchtend gelb, der Duft ist frisch und  erinnern an  Mango, weißem Pfirsich und Grapefruit. Im Mund ist der Wein dann erfreulich würzig und hinterlässt er eine ganz leichte salzige Note wie von Fleur de Sel. „La Brise Marine Blanc“ eignet sich meiner Meinung nach ganz hervorragend als Stand-alone-Weinchen, das man – natürlich mit der angemessenen Aufmerksamkeit – mit großer Wonne einfach so weggenießen kann. Aber er passt auch toll zu Speisen mit exotischer und leicht salziger Note. Die Flasche kostet im Handel oder online um die 11,– Euro – was für ein wirklich toller Wein für ein verhältnismäßig schmales Budget!

AOC Crémant de Limoux Sieur d`Arques Grande Cuvée 1531 Rosé

Wie heißt Champagner, wenn er nicht aus der gleichnamigen Region stammt? Richtig: Cremant. Und dieser extrem feinperlige Rosé Cremant macht einfach unglaublich viel Spaß! Knallig lachsfarben, trocken, mit sehr wenig Säure aber fruchtigen Aromen wie Orange, Himbeeren und frischer Hefe perlt er unkompliziert frisch und gleichzeitig sehr elegant im Glas. Oder anders: Den kann man einfach immer. IMMER! Die Jahreszahl im Namen weißt übrigens darauf hin, dass das Prinzip der Sektherstellung bereits verbrieft im 16. Jahrhundert in der Nähe von Limoux entdeckt wurde.  Ein ganzes Jahrhundert, bevor die Sektherstellung schließlich auch in die Champagne gelangte. Also: Sekt kann man hier traditionell wirklich ganz wunderbar. Die Flasche Grande Cuvée 1531 Rosé kostet im Handel oder online um die 11 Euro.. Ein Mega-Schnapper mit toller Guter-Laune-Farbe, den man probiert haben muss.

AOC Fitou Domain Fronciose Lurton Chateau Les Erles, Cuveè des Ardoises

Rotwein im Sommer? Geht echt gut. Vor allem, wenn der Wein neben einem intensiven Aroma von roten und dunklen Früchten auch eine spannende, kühle Kräuternote mitbringt. Ich denke an einen Abend in Südfrankreich … die Sonne, die gerade orangerot im Meer versinkt, das Lied der Zikaden in der Dämmerung, die nach den üppigen Kräuterbüschen und Erde duftende Luft …  und ein kühler Hauch, der vom Wasser heraufzieht … ok, ich brauche Urlaub.  Oder ein leicht gekühltes Glas von Chateau Les Erles. Die Cuvee aus Syrah, Grenache Noir und Carignan passt toll zu leichten Speisen mit einer sonnigen Kräuternote. Die Flasche kostet im Handel oder online um die 9,– Euro.

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Und jetzt ein Rezept: Foodtruck Market + Knaller-Weine aus dem Languedoc = Crossover Streetfood Bao Buns 

Das bunte Food Truck Festival mit dem köstlichen Futter an jeder Ecke und meine drei Wein-Lieblinge aus dem Languedoc haben mich zu Hause inspirationstechnisch dann natürlich direkt in die Mini-Küche tänzeln lassen. Herausgekommen bin ich mit einem buntem Crossover Streetfood: Bao Buns mit kurzgebratenem Thunfisch und Nektarinen-Rosmarin-Salsa. Ein bisschen China, ein Schuss kühl-salziges Japan plus große südfranzösische Fruchtigkeit mit Kräuternote– für mich die perfekte Verbindung zu den tollen Aromen und Nuancen der Weine. Und die Männer – vor allem der Große –  waren begeistert. Läuft.

Chinesische Hamburger-Brötchen, lecker gefüllt mit rosa Thunfisch und einer schnucklig-fruchtigen Salsa

Die Bao Buns werden aus einem ganz einfachen Hefeteig hergestellt und nicht gebacken, sondern gedämpft. Dadurch bekommen die chinesischen Hamburger-Brötchen eine spannende glatte und weiche Konsistenz, die man vielleicht so ähnlich von original jüdischen Bagels in den Staaten kennt. Die gedämpften Buns bringen eine leichte Süße mit und sind damit eine großartige Basis für herzhafte Füllungen. Die Herstellung ist überhaupt nicht kompliziert, braucht aber etwas Zeit, damit der Hefeteig gehen kann. Die salzig-fruchtige Füllung von kurzgebratenem Thunfisch und Nektarinen-Rosmarin-Salsa ist dafür dann in 5 Minuten fertig.

Was sagt ihr – kann ich euch zu diesem bunten Crossover Streetfood und dem einen oder anderen Gläschen Wein aus dem Languedoc verführen?  So abends auf dem Balkon, Füße hoch, Teller auf dem Schoß und Glas in der Hand … das wäre doch was, oder? Hier unten kommt für alle Fälle schon mal das Rezept zum Nachkochen.

Habt es lecker! 

P.S.: Vielleicht behalten ihr in der nächsten Zeit mal mein Instagram-Profil im Auge – man munkelt, man könne da ganz bald ganz tolle Weinpakete aus dem Langeudoc gewinnen

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Das Rezept für Bao Buns mit kurzgebratenem Thunfisch und Nektarinen-Rosmarin-Salsa

Und so geht’s für ca. 8 gefüllte Buns:

1/3 Würfel frische Hefe (ca. 14 g)
150 ml lauwarmes Wasser
1,5 EL Zucker
300 g Weizenmehl Typ 405
1 kräftige Prise Salz
1,5 EL Rapsöl (und etwas mehr zum Ausrollen)

2 Nektarinen
3 Frühlingszwiebeln
1 EL frische Rosmarinnadeln
1 Prise „Scharfes“ (.z.B. Chilipulver oder Sriracha-Soße)
Saft 1/2 Limette
Salz & Peffer

1 TL Butter
300 g frisches Thunfischsteack (1 dicke Scheibe)
2 EL Teriyaki-Soße (oder Sojasoße)

1 Handvoll Salat

Und so geht’s:

Bao Buns

Für die Buns die Hefe mit dem Zucker in das lauwarme Wasser krümeln und rühren, bis sich dir Hefe aufgelöst hat. 10 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Anschließend das Mehl zusammen mit Salz, Hefewasser und Rapsöl in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät (oder in einer Küchenmaschine) in ca. 5 Minuten zu einem glatten Teig kneten. Die Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und den Bao Bun-Teig an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.

Wenn der Teig gegangen ist, die Luft mit der flachen Hand aus dem Teig drücken – dabei den Teig nicht noch einmal durchkneten! Den Teig behutsam aus der Schüssel nehmen, auf eine Arbeitsfläche geben und 1 cm dick ausrollen. Acht Kreise mit einem Durchmesser von ca. 10 cm ausstechen (z.B mit einem großen Servierring) oder mit einem Messer ausschneiden. Die Teigkreise von beiden Seiten ganz leicht mit Öl einreiben und in der Mitte zusammenklappen.

In eine großen Pfanne, einen Wok oder einen großen Topf Wasser geben. Einen Dämpfeinsatz hineinstellen und Wasser zum Kochen bringen. (Das ganze funktioniert auch prima im Dampfgarer oder Multicooker). Aus Backpapier Kreise in der Größe der Bao Buns ausschneiden. Das Papier in den Dämpfeinsatz legen und die Bao Buns darauf setzten. Deckel auflegen und die Brötchen ca. 15-20 Minuten dämpfen (evtl. in 2 oder 3 Lagen arbeiten, denn die Brötchen gehen deutlich auf).

Thunfisch und Salsa

In der Zwischenzeit die Nektarinen halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Mit den Limettensaft vermengen. Frühlingszwiebeln und Rosmarin fein hacken und mit der Prise „Scharf“ zur Nektarine geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermischen. Im Kühlschrank durchziehen lassen.

Während die Brötchen dämpfen, den Thunfisch in ca. 2 cm dicke Scheiben  schneiden. Die Butter in einer beschichteten Pfanne auf hoher Stufe erhitzen und den Thunfisch von jeder Seite ca. 1 Minute scharf braten. Dann mit Teriyaki- oder Sojasoße ablöschen und den Thunfisch darin wenden. Die Pfanne vom Herd nehmen.

Die fertig gedämpften Bao Buns  auf Teller legen und mit Salat und Thunfisch füllen. Die Nektarinen-Rosmarin-Salsa darüberlöffeln. Warm oder kalt servieren. 

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